Blühende Haltestellen in Hamburg: So helfen sie Wildbienen messbar
- Im Alltag auf dem Weg zur U- oder S-Bahn: Blühflächen an Haltestellen können Wildbienen und andere Insekten messbar unterstützen.
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Blühende Haltestellen. Das Projekt zeigt, dass selbst kleine Grünflächen an U- und S-Bahnstationen in Hamburg nachweisbar mehr Wildbienenarten anziehen und damit im Stadtalltag als „Trittsteine“ für Biodiversität funktionieren.
Wie die Deutsche Wildtier Stiftung mitteilt, wandeln der Hamburger Verkehrsverbund hvv und die Stiftung seit Herbst 2020 artenarme Flächen rund um Haltestellen in Blühflächen um. Dazu gehören heimische Wildblumen, Stauden sowie zusätzliche Nist- und Strukturelemente. Informationstafeln machen die Flächen sichtbar und ordnen den Nutzen ein.
Der Ansatz wurde am Dienstag, 29. Juli, zusätzlich auf Bundesebene gewürdigt. Eine Jury des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und des Bundesamts für Naturschutz zeichnete „Blühende Haltestellen“ als einen von drei Gewinnern im UN-Dekade-Projektwettbewerb zur Wiederherstellung von Ökosystemen aus.
Was das Monitoring zeigt und warum das im Alltag zählt
Für die Einordnung wichtig sind die messbaren Ergebnisse. Laut Monitoring der Blühenden Haltestellen und weiterer Blühflächen der Deutschen Wildtier Stiftung wurden in den Jahren 2022 und 2024 insgesamt 198 Wildbienen- und Wespenarten nachgewiesen. Darunter waren 19 Arten, die auf der Roten Liste der Stechimmen für Deutschland in der Kategorie „gefährdet“ stehen.
Im Alltag bedeutet das vor allem: Urbane Mini-Flächen können im Verbund mit Parks, Gärten, begrünten Balkonen und Friedhöfen eine Art Kette bilden. Genau so beschreibt es die Deutsche Wildtier Stiftung, wenn sie die Haltestellenflächen als Trittsteine im Biotopverbund einordnet.
Konkrete Beispiele aus Hamburg zeigen zudem, dass selbst einzelne Standorte biologisch auffallen können. Auf der Blühfläche am Schlump wurde die Schöterich-Mauerbiene (Osmia brevicornis) gefunden. Sie gilt in der Projektbeschreibung als „Klimawandel-Gewinner“, der sein Verbreitungsgebiet nach Norden ausweitet. Der Fund war demnach erst der dritte Nachweis dieser Art in Hamburg, nachdem sie 2021 erstmals in der Stadt dokumentiert worden war.
Wo die Blühflächen liegen und wie groß das Projekt inzwischen ist
Aus vier Start-Standorten im Jahr 2020 wurde ein stadtweites Netz. Laut Deutscher Wildtier Stiftung umfasst das Projekt aktuell zwölf Haltestellenumfelder:
- Bergedorf
- Billstedt
- Burgstraße
- Hagenbecks Tierpark
- Horner Rennbahn
- Langenhorn Nord
- Mittlerer Landweg
- Neugraben
- Oldenfelde
- Rauhes Haus
- Schlump
- Sternschanze
Teils läuft die Umsetzung in Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen, genannt werden unter anderem die Zukunftswerkstatt Lokstedt und das Bunte Band Eimsbüttel. Zusätzlich gibt es umweltpädagogische Angebote, die vor Ort über das Projekt und heimische Wildbienen informieren. Weitere Umgestaltungen an Haltestellenumfeldern werden vorbereitet.
Wer Details zum Projekt nachlesen möchte, findet Informationen bei der Deutschen Wildtier Stiftung unter https://www.DeutscheWildtierStiftung.de.
Unterm Strich lässt sich die praktische Konsequenz so einordnen: Begrünte Haltestellenumfelder sind nicht nur „optisch schön“, sondern können laut Monitoring messbar zur Artenvielfalt in der Stadt beitragen. [red]
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |