Bis zu 95 Prozent billiger: Neue Diamanten erobern den Schmuckhandel
- Sehen sich zum Verwechseln ähnlich: links ein natürlicher, rechts ein synthetischer Diamant.
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Deutschland. Wer einen Verlobungs- oder Trauring kauft, stößt immer häufiger auf deutlich günstigere Diamanten aus dem Labor. Nach Einschätzung von Branchenverbänden steigt in Deutschland die Nachfrage nach synthetischen Steinen, weil natürliche Diamanten für viele Paare zunehmend zu teuer geworden sind.
Vor allem bei Ringen mit größeren Steinen greifen Anbieter inzwischen häufiger zu künstlich hergestellten Diamanten. Darauf weist der Bundesverband Schmuck Uhren Silberwaren und verwandte Industrien in Pforzheim hin. Gleichzeitig sind die Preise für diese Laborsteine in den vergangenen Jahren stark gefallen und das Angebot ist deutlich größer geworden.
Laborsteine sehen natürlichen Diamanten sehr ähnlich
Synthetische Diamanten entstehen in Industrieanlagen. Dabei werden über Tage oder Wochen Temperaturen von etwa 1000 Grad erzeugt. Natürliche Diamanten entstehen dagegen tief im Erdmantel in besonderen geologischen Formationen.
Trotz der unterschiedlichen Herkunft sind die Eigenschaften fast identisch. Beide Varianten besitzen die gleiche Kristallstruktur und zeigen im geschliffenen Zustand sehr ähnliche chemische physikalische und optische Merkmale. Fachleute können natürliche und synthetische Diamanten jedoch auch dann noch unterscheiden.
Preise für Labor Diamanten massiv gefallen
Der wichtigste Unterschied für Käufer liegt im Preis. Synthetische Diamanten können in großen Mengen produziert werden. Die meisten Anlagen stehen in China und Indien. Technischer Fortschritt hat die Produktionskosten zusätzlich gesenkt.
Ein Beispiel aus dem Großhandel zeigt die Entwicklung. Ein runder synthetischer Diamant mit einem Karat kostete 2018 im Schnitt deutlich mehr als heute. Bis 2025 fiel der Preis um rund 95 Prozent auf etwa 98 US Dollar. Auch im Einzelhandel sank der Preis stark.
Der Bundesverband der Juweliere bestätigt den Trend. Synthetische Diamanten hätten sich im Schmuckmarkt etabliert. Viele Käufer sehen darin eine optisch ähnliche und preislich attraktive Alternative zu natürlichen Steinen.
Trauringe und Verlobungsringe treiben den Trend
Gerade bei Verlobungsringen spielt der Diamant traditionell eine wichtige Rolle. Branchenvertreter beobachten deshalb besonders in diesem Segment eine steigende Nachfrage nach Laborsteinen. Bei Trauringen werden Diamanten meist im Ring der Frau verarbeitet.
Für Kundinnen und Kunden bringt die Entwicklung vor allem finanzielle Vorteile.
- größere Steine werden erschwinglicher
- deutlich niedrigere Preise als bei Naturdiamanten
- größere Auswahl im Handel
Wichtig bleibt jedoch die klare Kennzeichnung. Händler müssen offenlegen, ob es sich um einen natürlichen oder einen synthetischen Diamanten handelt. Internationale Standards schreiben diese Transparenz seit Jahren vor.
Nach Einschätzung der Branche entscheidet am Ende häufig die persönliche Bedeutung des Schmucks. Laborsteine gelten als günstige und optisch überzeugende Wahl. Natürliche Diamanten bleiben dagegen für viele Käufer ein Symbol für Seltenheit und Einzigartigkeit. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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