Besser kühlen für Mieter: Welches Gerät im Sommer passt

Lassen sich meist kinderleicht von Raum zu Raum bringen: mobile Klimageräte.  | Foto: dpa
  • Lassen sich meist kinderleicht von Raum zu Raum bringen: mobile Klimageräte.
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Klimagerät wählen. Mobile Klimageräte kühlen Wohnungen zwar schnell, gelten aber als laut und stromintensiv. Für viele Haushalte sind Split-Geräte deutlich effizienter, während Wärmepumpen oder Lüftungsanlagen nur unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sind.

Wenn die Wohnung bei Temperaturen über 30 Grad spürbar aufheizt, wirkt ein mobiles Klimagerät aus dem Baumarkt zunächst wie die einfachste Lösung. Die Geräte sind vergleichsweise günstig, flexibel in mehreren Räumen einsetzbar und ohne bauliche Veränderungen nutzbar. „Damit sind sie auch für Mieter geeignet“, sagt Jörg Friemel von der Ingenieurkammer Bau Nordrhein-Westfalen.

Mobile Monoblöcke sind bequem, aber oft ineffizient

Die kompakten Monoblock-Geräte stehen frei im Raum und leiten warme Luft über einen Schlauch durchs Fenster nach draußen. Genau das ist laut Fachleuten ein zentrales Problem. „Da das Fenster immer geöffnet sein muss, dringt natürlich auch permanent heiße Außenluft in den Innenraum“, sagt Jörg Friemel. Hinzu kommt eine Lautstärke von 60 bis 65 Dezibel.

Auch beim Stromverbrauch schneiden diese Geräte schlecht ab. „In der Vergangenheit kam kaum einer der von uns getesteten Monoblöcke über ein Ausreichend hinaus“, sagt Roman Schukies von der Stiftung Warentest. „In puncto Effizienz sind sie so schlecht, dass wir sie seit mehreren Jahren gar nicht mehr testen. Sie verbrauchen im Verhältnis zur Kühlleistung zu viel Strom.“ Das Umweltbundesamt rät von solchen ineffizienten Klimageräten deshalb ab. Wenn überhaupt, sollten sie nur ausnahmsweise genutzt werden.

Split-Geräte kühlen deutlich effizienter

Als bessere Lösung gelten Split-Klimageräte. Sie bestehen aus einer außen angebrachten Kompressoreinheit und einem innen installierten Gebläse. Sie arbeiten leiser als mobile Geräte und sind nach Berechnungen der Stiftung Warentest deutlich sparsamer. „Splitgeräte arbeiten laut unseren Berechnungen bis zu siebenmal effizienter als Monogeräte“, so Roman Schukies.

Besonders sinnvoll kann ein Split-Gerät zusammen mit einer Photovoltaikanlage sein. „Der Strom wird produziert, wenn die Sonne scheint und die Klimaanlage kann ihn sofort verwerten“, so Martin Brandis von der Energieberatung der Verbraucherzentralen.

Einbau ist teuer und nur mit Zustimmung möglich

Der Nachteil liegt in den Kosten und beim Einbau. „Split-Geräte sind in der Anschaffung deutlich teurer als mobile Anlagen und dürfen ausschließlich von Fachbetrieben installiert werden“, sagt Martin Brandis. „Denn die Geräte enthalten Kältemittel, die nicht infolge nicht fachgerechter Installation in die Umwelt gelangen dürfen.“

Für Mieter und Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft kommt ein weiterer Punkt hinzu. Für den Einbau ist in der Regel die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft nötig, weil Wände durchbohrt werden und sich das äußere Erscheinungsbild des Hauses verändert. Wohnungseigentümer haben grundsätzlich aber ein Recht darauf, ein solches Gerät fest einbauen zu lassen. Miteigentümer müssen dem Vorhaben generell zustimmen, entschied der Bundesgerichtshof.

Auf Kältemittel, Energielabel und Kühlleistung kommt es an

Beim Kauf eines Split-Geräts spielt nicht nur der Preis eine Rolle. Fachleute empfehlen ein klimafreundlicheres Kältemittel wie R 290. „Gut ist das Kältemittel R 290, ein farb- und geruchsloses ungiftiges Gas, das die Umwelt kaum belastet“, so Martin Brandis. R 32 ist zwar noch zugelassen, verursacht aber einen höheren Treibhauseffekt.

Wichtig ist auch das Energielabel. „Die höchste Stufe A+++ ist wesentlich effizienter als die nächstbeste Stufe A++“, sagt Martin Brandis. Zudem sollte die Kühlleistung zur Raumgröße passen und sich bei Bedarf drosseln lassen.

Wärmepumpe und Lüftungsanlage kühlen nur unter Bedingungen

Auch Wärmepumpen können im Sommer beim Kühlen helfen. Vor allem Luft-Wasser-Wärmepumpen kommen dafür infrage. Sie kehren den Heizkreislauf um und leiten kaltes Wasser durch die Rohre. „So bekommen sie die Räume drei bis vier Grad kühler“, sagt Jörg Friemel. „Tiefer sollte man nicht gehen, sonst kann sich Kondenswasser im Fußbodenaufbau oder auf dem Fußboden bilden.“

Allerdings funktioniert diese Art der Kühlung nur mit Flächenheizungen wie Fußboden-, Decken- oder Wandheizungen. Weil Wärmepumpen Strom verbrauchen, ist die Lösung vor allem dann wirtschaftlich, wenn eine Photovoltaikanlage vorhanden ist oder ein günstiger Stromtarif genutzt wird.

Weniger verbreitet, aber ebenfalls möglich, ist das Kühlen mit einer Lüftungsanlage. „Möglich ist das durch eine Bypass-Funktion“, erklärt Jörg Friemel. „Dabei wird kalte Außenluft nachts ins Gebäude eingeführt und kühlt es so um einige Grad Celsius ab.“

Welche Technik am besten passt, hängt damit vor allem vom Gebäude, vom sommerlichen Wärmeschutz und vom verfügbaren Budget ab. Grundsätzlich gilt laut Jörg Friemel. „Je weniger Wärme ins Haus gelangt, umso weniger muss es gekühlt werden.“ dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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