Bergtouren sicher planen: So hilft Flexibilität in den Alpen
- Neben Strecke, Höhenmeter und Gehzeit sollten Wanderer bei Bergtouren vor allem genau die Wetterprognosen und aktuellen Warnungen checken.
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Bergtouren sicher planen. Wer in den Alpen unterwegs ist, kommt mit aktueller Planung und einem Plan B oft sicherer ans Ziel. Gerade im Hochgebirge verändern Hitze, tauender Permafrost und instabile Zustiege die Bedingungen so schnell, dass alte Erfahrungswerte allein nicht mehr ausreichen.
Darauf weist der Deutsche Alpenverein hin. Besonders ab etwa 2.500 Meter Höhe nehmen Steinschlag, instabile Geröllzonen und veränderte Zustiege zu. Auch Fels- und Bergstürze wie zuletzt am Matterhorn oder in der Mont-Blanc-Region zeigen, dass sich Risiken am Berg verschieben.
Aktuelle Bedingungen zählen mehr als alte Routine
Für die Tourenplanung reicht es deshalb nicht, nur auf Strecke, Höhenmeter und Gehzeit zu schauen. Wichtig ist laut DAV vor allem der aktuelle Zustand am Berg. Im Blick bleiben sollten vor allem:
- aktuelle Wetterprognosen
- der Witterungsverlauf der vergangenen Tage und Wochen
- aktuelle Warnungen
- Wegsperrungen und erosionsbedingte Einschränkungen
Hilfreich sind dafür Websites, Webcams und Social-Media-Kanäle von Berghütten oder örtlichen Tourismusorganisationen. Der DAV bündelt ebenfalls aktuelle Hinweise zur Tourenplanung auf alpenvereinaktiv.com unter „Aktuelles“.
Neben Steinschlag kann auch Hitze selbst zur Belastung für Herz und Kreislauf werden. Ein früher Start kann deshalb sinnvoll sein. Ebenso wichtig bleibt, die Lage unterwegs immer wieder neu zu beurteilen.
KI kann bei der Suche helfen, ersetzt aber keine Prüfung
Bei der ersten Orientierung kann auch eine KI-Anwendung nützlich sein, etwa bei Routenvorschlägen oder der Suche nach Unterkünften. Laut einer Bitkom-Umfrage haben das im Urlaub bereits 15 Prozent beziehungsweise 17 Prozent der Befragten genutzt. 41 Prozent beziehungsweise 44 Prozent können sich das für die Reiseplanung vorstellen.
Entscheidend ist aber der Abgleich mit aktuellen Karten, Wetterdaten und Sperrungen. „Gerade bei Wanderungen können sich Bedingungen vor Ort schnell ändern. Deshalb sollten KI-Empfehlungen immer noch einmal mit aktuellen Karten, Wetterinformationen und Hinweisen zu Sperrungen abgeglichen werden“, so Lucy Czachowski, Bitkom-Referentin für Künstliche Intelligenz.
Unterm Strich wird gute Tourenplanung in den Alpen beweglicher als früher. Wer Routen anpasst oder notfalls abbricht, ist unter veränderten Bedingungen meist besser unterwegs. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |