Bequemer fliegen: So werden freie Plätze richtig genutzt
- Hach, hier ist ja viel frei! Ob man sich hinlegen kann, ist aber nicht allein die Entscheidung des Passagiers.
- Foto: Peter Kneffel/dpa/dpa-mag
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Bequemer fliegen. Freie Plätze im Flugzeug dürfen Passagiere meist nur nutzen, wenn die Kabinencrew zustimmt. Das bringt mehr Komfort auf leeren Reihen, ersetzt aber keinen Anspruch auf die ganze Sitzreihe.
Bleibt im Flugzeug der Nachbarsitz leer, wirkt das wie eine kleine Aufwertung ohne Aufpreis. Rechtlich gilt nach Angaben des deutschen Luftverkehrswirtschaftsverbands BDL aber: Gebucht ist nur der eigene Sitzplatz. Grundsätzlich verboten ist die Nutzung freier Nachbarplätze nicht.
Bei Lufthansa muss die Nutzung freier Nebenplätze vorher mit der Kabinencrew abgestimmt werden. Die Crew entscheidet je nach Situation, weil freie Sitze während des Fluges wieder gebraucht werden können, etwa wenn ein anderer Gast umgesetzt werden muss.
Hinlegen ist nur in sicheren Flugphasen möglich
Während Rollen, Start und Landung ist Liegen über mehrere Sitze nicht möglich. Fluggäste müssen in diesen Phasen aufrecht sitzen und angeschnallt sein. In der Economy-Class gilt das laut Lufthansa auch bei Turbulenzen, weil die Sitze entsprechend zugelassen sind.
Wenn Liegen erlaubt wird, dürfen Kopf und Füße nicht in den Gang ragen. Füße auf der Sitzfläche gelten nur dann als rücksichtsvoll, wenn die Schuhe ausgezogen werden oder eine separate Auflage vorhanden ist.
Ganze Sitzreihen lassen sich teils buchen
Wer nicht auf freie Plätze und Kulanz der Crew angewiesen sein will, kann bei einigen Airlines auf allen oder ausgewählten Langstreckenflügen in der Economy-Class eine komplette Sitzreihe buchen. Je nach Flugzeug sind das drei oder vier Sitze nebeneinander.
Zu solchen Angeboten gehören meist eine Auflage für die Sitzreihe, Kissen und Decke. Teilweise gibt es auch Gurte, die speziell fürs Liegen vorgesehen sind.
Bekannte Beispiele sind die «Sleeper's Row» bei Lufthansa, die «Skycouch» bei Air New Zealand, das «Sky Sofa» bei Vietnam Airlines und «Couchii» bei All Nippon Airways. United will im Jahr 2027 eine «United Relax Row» einführen.
Die Aufpreise unterscheiden sich je nach Airline und Buchungszeitpunkt deutlich. Ein Vergleich mit Economy Plus, Business Class oder First Class kann sinnvoll sein, wenn dort ebenfalls teilweise oder vollständige Liegemöglichkeiten enthalten sind.
Praktisch zählt daher vor allem eine einfache Regel: Freie Plätze können Komfort bringen, doch die Entscheidung liegt an Bord bei der Crew. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |