ARD: Hella von Sinnen zweifelt an Nuhrs Job nach Femizid-Zitaten

Hella von Sinnen: Die Entertainerin kritisiert Dieter Nuhrs Aussagen zu Femiziden und stellt seinen Verbleib bei der ARD infrage. | Foto: nito/stock.adobe.com
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Celebrity. Hella von Sinnen stellt nach Aussagen von Dieter Nuhr zu Femiziden dessen Verbleib bei der ARD infrage. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ wird die Entertainerin dabei sehr deutlich und verbindet ihre Kritik mit konkreten Zahlen.

„Jedes Jahr werden an die 350 Frauen von ihren Männern ermordet - und er sagt das? Was ist das für eine unfassbare Unverschämtheit von Nuhr? Was ist das für eine unfassbare Verniedlichung von Femiziden und Verleugnung dieses Frauenhasses? Ich finde das wirklich unglaublich. Ich bin gespannt, ob Herr Nuhr seinen Job bei der ARD behält“, sagte von Sinnen.

Von Sinnen knüpft ihre Kritik ausdrücklich an Nuhrs Äußerungen zum Thema Femizid und ordnet sie als Verharmlosung ein. Der Satz, ob Nuhr seinen Job bei der ARD behält, ist dabei der Punkt, an dem sie die Debatte unmittelbar mit Konsequenzen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbindet.

Gottschalk und „Wetten, dass ...?“ als Beispiel für TV-Normalität

In derselben Diskussion spricht die 67-Jährige auch über Thomas Gottschalks Umgang mit Frauen und bleibt dabei abwägend. „Thomas Gottschalk war der Beliebteste. Und wir alle haben es ihm nachgesehen. Alle fanden das irgendwie normal. Ich unterstelle ihm noch nicht mal Frauenfeindlichkeit oder Sexismus. Er war all die Jahre mit seiner superstarken Thea zusammen“, sagt von Sinnen.

Sie kritisiert zugleich, dass es damals an klaren Grenzen fehlte. „Thomas Gottschalk wollte nur spielen. Der wusste, dass er ein gutaussehender charming Boy ist, und er hatte kein Regulativ. Beim ZDF hat ihm niemand gesagt: 'Mensch, Tommy, lass mal'“, so von Sinnen.

Eigene Erfahrungen mit Frauenhass

Von Sinnen schildert außerdem, dass sie selbst Hasspost erlebt habe, und nennt dafür ein konkretes Beispiel. „Hasspost gab es auch. Man sah dann schon am Schriftbild, dass jetzt was ganz Armseliges kommt: 'Frau von Sinnen, Ihre Fotze müsste man mit Teer zugießen.'“, sagt sie.

Dabei beschreibt sie, dass sie schon immer selbstbestimmt aufgetreten sei und auch ihre Sexualität bewusst zum Thema gemacht habe. „Das war ja die Provokation: dass ich eine dicke, lesbische Frau war, die offensichtlich guten Sex hatte. [...] Ich war nie entsexualisiert“, so von Sinnen. [red]

Autor:

Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern

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