Annemarie-Renger-Preis: Iris Berben spendet 10.000 Euro weiter
- Iris Berben: Die Schauspielerin erhält den Annemarie-Renger-Preis 2026 und spendet das Preisgeld an ein Verständigungsprojekt.
- Foto: ASB-Bundesverband, Foto: HANNIBAL HANSCHKE
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Celebrity. Iris Berben bekommt den Annemarie-Renger-Preis 2026 des Arbeiter-Samariter-Bundes. Bei der Verleihung am 8. Juli in Berlin nutzte sie ihre Rede für einen klaren Appell: Demokratie dürfe nicht als Selbstverständlichkeit gelten.
Zum Sommerfest im Haus der Kulturen der Welt kamen auf Einladung von ASB-Präsidentin Dr. Katarina Barley und ASB-Bundesvorsitzendem Knut Fleckenstein Gäste aus Politik, Zivilgesellschaft und Medien zusammen. Im Mittelpunkt standen Fragen nach Solidarität, Mitgefühl und demokratischer Wachsamkeit.
Annemarie-Renger-Preis: Berbens Worte zur Demokratie
Berben sprach darüber, wie verletzlich demokratische Grundlagen sein können, und sagte: „Ich hätte nie gedacht, dass Demokratie in unserem Land noch einmal grundsätzlich infrage gestellt werden könnte. Dass sie sich verändern und immer wieder bewähren muss, war mir klar. Aber dass sie erneut zur Disposition steht, führt zu einer wichtigen Erkenntnis: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit genauso wenig wie Menschenrechte und Frieden“, sagte Berben.
In derselben Rede machte sie deutlich, worauf es aus ihrer Sicht im Alltag ankommt: „Wir müssen immer wieder darüber nachdenken, wo und wie wir Verantwortung übernehmen können. Vor allem müssen wir uns davor hüten, dass unsere Bequemlichkeit stärker wird als Verantwortung und die Gleichgültigkeit stärker als unser Mitgefühl.“
Wofür der Preis steht und wen Berben unterstützt
Mit dem Annemarie-Renger-Preis würdigt der ASB seit 2013 Menschen und Initiativen, die sich für Demokratie, Gemeinwohl und ein solidarisches Miteinander einsetzen. Der Preis erinnert an Annemarie Renger, die frühere ASB-Präsidentin und ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestages.
Zum Preis gehört eine Skulptur von Markus Lüpertz sowie ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, das die Preisträgerin oder der Preisträger an eine gemeinnützige Organisation weitergibt. Berben spendet das Geld an das Parents Circle Families Forum, eine israelisch-palästinensische Nichtregierungsorganisation, in der sich seit 1995 mehr als 600 Familien für Verständigung und Frieden engagieren.
Keynote von Gesine Schwan: Solidarität als konkrete Praxis
Die Keynote hielt Prof. Dr. Gesine Schwan. Darin dankte sie dem ASB für dessen Arbeit und sagte: „Ich danke dem Arbeiter-Samariter-Bund für sein Wirken. Das ist gerade in einer Zeit wichtig, in der sich die Haltung verbreitet: Wenn alle an sich denken, ist an alle gedacht. Die Samariterinnen und Samariter zeigen, wie unverzichtbar Solidarität, Hinschauen und Helfen für unser Zusammenleben sind“, so Schwan.
Auch Barley betonte den Gedanken gesellschaftlicher Verantwortung: „Wir zeigen hier, was Zivilgesellschaft leisten kann, nämlich nicht nur auf Politik zu warten, sondern selbst etwas zu tun“, unterstrich Barley. Fleckenstein ergänzte: „Der Abend hat uns als ASB auf besondere Weise bestärkt [...]. Zugleich gibt er uns Rückenwind und Mut, uns weiter mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass unsere Gesellschaft zusammenhält und wir Demokratie nicht als selbstverständlich ansehen“, sagte Fleckenstein. [red]
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |