ADAC-Test: Lkw-Unterfahrschutz versagt im Crash
- Mit einem aufblasbaren Lkw Target testete der ADAC die Notbremsassistenten verschiedener Fahrzeuge.
- Foto: ADAC
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Verkehrssicherheit. Der gesetzlich vorgeschriebene Unterfahrschutz an Lastwagen schützt Autofahrer laut ADAC bei schweren Auffahrunfällen kaum wirksam.
Bei Crashtests des ADAC, von Euro NCAP sowie Partnern aus Schweden und den USA versagte der Unterfahrschutz nach aktueller Norm nahezu komplett. Im ADAC Test- und Technikzentrum Landsberg prallte ein Auto mit 56 km/h auf ein stehendes Lkw-Gespann mit mehr als 18 Tonnen Gewicht. Dabei riss die Verbindung des Unterfahrschutzes ab und wurde zur Seite geschleudert. Das Auto schob sich unter den Anhänger und wurde bis zur B-Säule aufgerissen. Auch ein weiterer Test in Großbritannien zeigte laut ADAC schwere Folgen: Die Ladefläche drang in die Fahrgastzelle ein und hätte den Fahrer am Kopf getroffen.
Zusätzlich untersuchten die Tester moderne Notbremsassistenten in sieben aktuellen Fahrzeugmodellen. Bei niedrigen Geschwindigkeiten erkannten viele Systeme das Hindernis rechtzeitig und bremsten ab. Bei höherem Tempo stießen die Assistenzsysteme jedoch an ihre Grenzen. Bei 130 km/h konnte keines der getesteten Systeme eine Kollision mit dem stehenden Lkw verhindern.
Der ADAC sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf. Die aktuellen Zulassungsvorgaben auf UN-Ebene seien nicht ausreichend und müssten verschärft werden. Als Vorbild gelten laut ADAC Systeme aus den USA, die die Aufprallenergie besser aufnehmen und ein Unterfahren verhindern können. Nach Erkenntnissen des Automobilclubs sind solche wirksamen Systeme teilweise bereits in Deutschland im Einsatz.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |