26,2 Grad in der Nacht: Bad Bergzabern erlebt möglicherweise wärmste Nacht Deutschlands
- Tagsüber an die 40 Grad, nachts über 20 Grad: Deutschland schwitzt.
- Foto: Marijan Murat/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Bad Bergzabern. Die Hitze bleibt selbst nachts spürbar. In der Südpfalz ist eine Nacht mit extrem hohen Temperaturen gemessen worden.
Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes sank die Temperatur in Bad Bergzabern nicht unter 26,2 Grad. Damit wurde die wärmste Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen eingestellt. Den bisherigen Rekord hielt die Station am Weinbiet in Rheinland Pfalz. Dort waren am Freitag, 25. Juli ebenfalls mindestens 26,2 Grad gemessen worden.
Von einer tropischen Nacht sprechen Meteorologen, wenn die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Während der aktuellen Hitzewelle steigen die Tageswerte vielerorts in Richtung 40 Grad. Gleichzeitig fehlt nachts häufig die Abkühlung.
Tropennächte im Süden häufiger
Normalerweise registriert eine Messstation pro Jahr nur wenige Tropennächte. In besonders heißen Sommern kann die Zahl jedoch deutlich steigen. Der Deutsche Wetterdienst verweist auf frühere Beispiele.
- 2003 wurden in Kehl bei Straßburg 21 Tropennächte gemessen
- 2015 registrierten die Stationen Waghäusel Kirrlach und Bad Bergzabern jeweils 13 Tropennächte
Nach Angaben des Umweltbundesamtes treten solche Nächte im Süden und Westen Deutschlands häufiger auf. Besonders in dicht bebauten Innenstädten kühlen Gebäude und Straßen langsamer aus als auf freien Flächen.
Warum fehlende Abkühlung ein Risiko ist
Mediziner warnen, dass anhaltende Hitzeperioden gesundheitliche Folgen haben können. Laut Bundesärztekammer zählen großflächige Hitzewellen zu den tödlichsten Extremwetterereignissen.
Problematisch ist vor allem die fehlende nächtliche Abkühlung. Gebäude und Wohnungen heizen sich über mehrere Tage auf. Die größte Belastung entsteht oft erst nach einigen Tagen Hitze.
Besonders gefährdet sind laut Ärztekammer
- ältere Menschen
- chronisch Kranke und Pflegebedürftige
- Schwangere und kleine Kinder
- Menschen, die körperlich im Freien arbeiten
Gewitter bringen wohl erste Abkühlung
Der Deutsche Wetterdienst rechnet spätestens ab Sonntag, 28. Juni mit zunehmendem Unwetterpotenzial von Westen. Bis Montag, 29. Juni sind teils schwere Gewitter möglich. Erst danach könnte es etwas kühler werden. Sommerlich warm oder heiß bleibt es dennoch. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |