25 Millionen Euro Mehrbelastung: Unimedizin Mainz schlägt Alarm
- «Die Universitätskliniken sind das Rückgrat», sagt der Chef der Mainzer Unimedizin, Ralf Kiesslich. (Archivfoto)
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Mainz. Auf Patienten und Beschäftigte in Mainz könnten die Reformpläne zur gesetzlichen Krankenversicherung indirekt Folgen haben: Die Universitätsmedizin erwartet nach eigenen Angaben zusätzliche Belastungen von rund 25 Millionen Euro pro Jahr. Vorstandschef Ralf Kiesslich sagte in Mainz, das geplante Gesetz zur Stabilisierung der Beiträge setze Häuser wie die Unimedizin weiter unter Spardruck.
Kiesslich kritisierte, bei der Reform gehe es aus seiner Sicht zu stark um Kürzungen und zu wenig um strategische Fragen. Für ein Haus mit komplexer universitärer Medizin sei Sparen besonders schwierig. Universitätskliniken übernähmen Aufgaben, die andere Krankenhäuser oft nicht leisten könnten, etwa in Krisen oder in der hochspezialisierten Versorgung.
Unikliniken sehen besondere Lage
Nach Einschätzung des Klinikchefs sollte die besondere Situation der Universitätskliniken stärker berücksichtigt werden. Viele dieser Häuser seien defizitär. Auch andere Krankenhäuser sähen die Pläne der Bundesregierung mit Sorge. Kiesslich sagte, das Gesetz tue vielen Einrichtungen besonders weh. Dadurch steige das Risiko ungeplanter Insolvenzen.
Defizit in Mainz soll weiter sinken
Die Universitätsmedizin Mainz arbeitet nach eigenen Angaben weiter an ihrer wirtschaftlichen Konsolidierung. Das Defizit sei 2025 auf 75 Millionen Euro reduziert worden. Kiesslich wertete das als Zeichen dafür, dass Zukunftsprogramme greifen. Auch für dieses Jahr zeigte er sich zuversichtlich, das Gesamtergebnis weiter zu verbessern.
Zugleich verwies der Vorstandschef auf frühere Schwächen bei der wirtschaftlichen Steuerung. Inzwischen sei das Haus bei den Steuerungsmöglichkeiten besser aufgestellt.
Kooperationen als Teil der Reform
Kiesslich begrüßte grundsätzlich, dass hochspezialisierte Medizin in Deutschland langfristig stärker über Leistungsgruppen gebündelt werden soll. Die Unimedizin richte sich darauf aus und arbeite dafür auch mit anderen Kliniken zusammen.
Als Beispiel nannte er ein gemeinsames Lungenzentrum mit dem Marienkrankenhaus in Mainz. Solche trägerübergreifenden Strukturen seien neu. Dabei gehe es auch darum, Patientenströme künftig anders zu organisieren. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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