Wer führt die SPD? Mitgliederentscheid in Baden-Württemberg
- Die SPD sucht nach der Wahlschlappe eine neue Spitze. (Archivbild)
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Stuttgart. Wer die SPD in Baden-Württemberg künftig führt, soll am Dienstag, 16. Juni, feststehen. Nach der schweren Wahlniederlage bei der Landtagswahl haben die Sozialdemokraten ihre rund 30.000 Mitglieder über eine neue Parteispitze abstimmen lassen. Die Stimmen sind inzwischen ausgezählt. Das Ergebnis der Befragung soll im Laufe des Tages bekanntgegeben werden.
Die Entscheidung gilt als wichtiger Schritt für den Neustart der Partei im Südwesten. Bei der Landtagswahl im März hatte die SPD mit 5,5 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis im Land erzielt. Spitzenkandidat Andreas Stoch kündigte noch am Wahlabend seinen Rückzug als Partei und Fraktionschef an.
Vier Bewerber um die SPD-Spitze
Um den Landesvorsitz bewerben sich insgesamt vier Parteimitglieder.
- Dorothea Kliche-Behnke. Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Tübingen und seit 2018 stellvertretende Landesvorsitzende.
- Isabel Cademartori. Bundestagsabgeordnete aus Mannheim.
- Robin Mesarosch. Ehemaliger Bundestagsabgeordneter aus Sigmaringen. Er tritt gemeinsam mit Cademartori als Duo an und erreicht über soziale Netzwerke viele Menschen.
- Carsten Lotz. Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Gomaringen. Er gilt parteiintern als Außenseiter.
Vor allem das Tandem aus Cademartori und Mesarosch hatte im Vorfeld Aufmerksamkeit erhalten. Mesarosch verfügt auf Instagram über eine große Reichweite mit mehr als 129.000 Followern und hatte kurz nach der Landtagswahl mit einer emotionalen Rede auf seinem Kanal für Diskussionen gesorgt.
Parteitag entscheidet endgültig
Das Ergebnis der Mitgliederbefragung ist politisch bindend. Formal gewählt wird die neue Spitze jedoch erst auf einem Parteitag in Ulm am Freitag, 19. Juni, und Samstag, 20. Juni.
Erreicht eine Kandidatin oder ein Kandidat bereits in der Befragung die absolute Mehrheit, will der Landesvorstand diese Person dem Parteitag zur Wahl vorschlagen. Die vier Bewerber haben angekündigt, im Falle einer Niederlage dort nicht erneut anzutreten.
Sollte jedoch niemand die absolute Mehrheit erreichen, könnte der Parteitag in Ulm zu einem offenen Machtkampf werden. In Parteikreisen wird dann ein spannender Showdown zwischen den führenden Bewerbern erwartet. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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