Verzögerung in Stuttgart: Start von Stuttgart 21 erst 2031
- Auch wenn er schon recht fertig aussieht - der neue Stuttgarter Tiefbahnhof soll erst Ende 2031 in Betrieb gehen. (Archivbild)
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Stuttgart. Pendler und Reisende rund um den Bahnknoten Stuttgart müssen sich länger auf Baustellen und Einschränkungen einstellen. Der neue Tiefbahnhof des Projekts Stuttgart 21 soll nach Angaben der Deutschen Bahn erst Ende 2031 in Betrieb gehen.
Darüber beraten die Projektpartner am Freitag, 26. Juni, bei einem Spitzentreffen des Lenkungskreises. Bahnchefin Evelyn Palla muss dort unter anderem Baden Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir Rede und Antwort stehen. Die geplante Inbetriebnahme verschiebt sich damit um rund fünf Jahre.
Bereits am Mittwoch, 24. Juni, hatte Palla gemeinsam mit einem Vertreter der Stuttgart 21 Projektgesellschaft den Verkehrsausschuss des Bundestages über die erneute Verzögerung informiert. Teilnehmern zufolge nannte die Bahn mehrere Gründe für den späteren Start.
- Die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens sei deutlich komplexer als ursprünglich angenommen.
- Einige Planungen hätten noch nicht den nötigen Reifegrad erreicht.
- Probleme gebe es außerdem bei einem Technikgebäude.
Medien berichteten zusätzlich über Schwierigkeiten beim geplanten Notstromkonzept.
Projektpartner verlangen Klarheit
Die Verschiebung war bereits in den vergangenen Wochen bekannt geworden. Ministerpräsident Özdemir forderte daraufhin einen verlässlichen Zeitplan von der Bahn. „Ich will nicht, dass wir da jetzt jedes Jahr neue Zahlen bekommen“, sagte er.
Auch Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper verlangt eine umfassende Darstellung des aktuellen Projektstands. Aus seiner Sicht müsse die Bahn offenlegen, wie sich die Belastungen für die Menschen in der Stadt verringern lassen. Besonders wichtig sei eine bessere Wegeführung vom Bahnhof in Richtung Innenstadt.
Neue Verzögerung könnte Milliarden kosten
Mit der längeren Bauzeit könnten auch die Kosten weiter steigen. Die „Stuttgarter Zeitung“ berichtete unter Berufung auf informierte Kreise zuletzt über mögliche Mehrkosten zwischen zwei und drei Milliarden Euro. Zuletzt war das Gesamtprojekt mit rund 11,3 Milliarden Euro veranschlagt worden.
Für Land, Stadt und den Verband Region Stuttgart hätte ein weiterer Kostenanstieg allerdings wohl keine direkten Folgen. Nach einem Gerichtsurteil müssen sie sich an Mehrkosten nicht beteiligen. Ein Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 regelt lediglich die Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro. Alles darüber hinaus muss die Deutsche Bahn selbst tragen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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