Spontan kirchlich heiraten in Hachenburg: Aktion für Paare
- Das Paar ist bereits seit 22 Jahren zusammen.
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Hachenburg. Ohne lange Planung kirchlich heiraten. Diese Möglichkeit nutzen viele Paare bei der bundesweiten Aktion „Einfach heiraten“. In der Schlosskirche in Hachenburg im Westerwald erfüllte sich dabei auch für ein Paar ein Wunsch, der sie seit Jahrzehnten begleitet hatte.
Christiane Müller Fuhrländer (63) und Christoph Friedrich (70) entschieden sich bewusst für das unkomplizierte Angebot. Die beiden sind bereits seit dem Jahr 2020 standesamtlich verheiratet. Der kirchliche Segen fehlte ihnen jedoch lange. Als sie von der Aktion hörten, war die Entscheidung schnell gefallen.
„Als wir von ‚Einfach heiraten‘ gehört haben, war für uns sofort klar. Das ist die Gelegenheit, den kirchlichen Segen zu bekommen, der uns all die Jahre noch gefehlt hat“, sagt Müller Fuhrländer. Das Paar reservierte einfach einen freien Termin für eine etwa 30 Minuten lange Trauung.
Aktion am Hochzeitswochenende
Die Initiative „Einfach heiraten“ findet bundesweit in vielen evangelischen Gemeinden statt. Paare können sich segnen lassen oder kirchlich trauen. Der Termin liegt bewusst am beliebten Hochzeitswochenende am Freitag, 26. Juni.
Für eine kirchliche Trauung gelten nur wenige Voraussetzungen:
- Das Paar ist bereits standesamtlich verheiratet
- Mindestens eine Person gehört der evangelischen Kirche an
In Hachenburg zeigte sich vor der Schlosskirche ein ungewohntes Bild. Mehrere Brautpaare warteten gleichzeitig auf ihre Zeremonie. Alle 30 Minuten öffnete sich die Kirchentür. Jedes Mal applaudierten die anderen Paare und Gäste.
Die Kleidung war so unterschiedlich wie die Paare selbst. Einige erschienen klassisch im weißen Brautkleid und Anzug. Andere kamen bewusst schlicht in bunten Kleidern, Jeans oder wegen der Hitze sogar in kurzen Hosen.
Ein Ort mit persönlicher Geschichte
Für Müller Fuhrländer und Friedrich hat Hachenburg eine besondere Bedeutung. Unweit der Schlosskirche trafen sie sich vor 22 Jahren zu ihrem ersten Date in einem kleinen Café.
Friedrich war damals alleinerziehender Vater von vier Kindern. „Ich hätte damals nicht gedacht, noch einmal eine Partnerin fürs Leben zu finden“, sagt der 70 Jährige. Kennengelernt hatten sich beide über eine christliche Partnerplattform im Internet.
Zunächst ließen sie sich Zeit. Jeder hatte Familie, Verpflichtungen und seinen eigenen Lebensmittelpunkt. Erst später wurde aus der Beziehung ein gemeinsamer Alltag.
Mehrfach verschoben durch Corona
Die kirchliche Trauung war eigentlich schon früher geplant. Doch während der Corona Pandemie mussten die Pläne mehrfach verschoben werden. Schließlich legte das Paar das Vorhaben zunächst auf Eis.
Mit der Aktion „Einfach heiraten“ ergab sich nun eine neue Gelegenheit. Für beide steht nicht die große Feier im Mittelpunkt. Entscheidend sei der gemeinsame Glaube und das Versprechen füreinander.
„Man kann eine kleine Hochzeit haben und eine große Ehe führen“, sagt Friedrich. Auch Krisen gehörten zu einer Beziehung. Der Glaube gebe ihnen Halt.
Getraut wurden die beiden von Pfarrer Maic Zimmermann. Für ihn bietet die Aktion eine Alternative für Paare, die keine große Hochzeit planen möchten oder können.
Nach der Zeremonie wurde das Paar von Familie und Enkeln mit Seifenblasen vor der Kirche empfangen. Anschließend ließ die Familie den Tag gemeinsam in einem Restaurant ausklingen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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