Rettung in Freinsheim: Storchenküken vom Kirchdach geborgen
- Den Sturz aus dem Nest hat dieses zwei Wochen alte Storchenküken überlebt: Feuerwehrleute retteten es vom Kirchendach in Freinsheim.
- Foto: Marie-Louise Wiesenbach/privat/dpa
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Freinsheim. Ein Storchenküken ist am Sonntag, 24. Mai, von der Freiwilligen Feuerwehr aus der Dachrinne der protestantischen Kirche gerettet worden. Das etwa zwei Wochen alte Tier war zuvor aus dem Nest gefallen.
Auf den Vorfall aufmerksam wurde ein Beobachter der Storchenkamera an der Kirche. Auf den Bildern waren plötzlich nur noch zwei statt drei Küken im Nest zu sehen. Die ehrenamtlichen Storchenfreunde Marie Louise Wiesenbach und Florian Graus überprüften daraufhin die Aufnahmen. Sie stellten fest, dass das Storchenweibchen das kleinste Küken am Sonntag um 8.14 Uhr aus dem Nest geworfen hatte.
Graus fuhr zunächst selbst zur Kirche. Vom Boden aus ließ sich das Küken jedoch nicht entdecken. Deshalb bat er seine Feuerwehrkameraden um Hilfe.
Feuerwehr rückt mit Drehleiter an
Kurz darauf kamen zwei Feuerwehrleute mit der Drehleiter zur Kirche. Gemeinsam entdeckten sie das Jungtier lebend in der Dachrinne und konnten es bergen.
Wiesenbach brachte das Küken anschließend nach Rücksprache mit einem Experten in das Storchenzentrum Bornheim. Dort wird der junge Storch nun versorgt und aufgepäppelt.
Nach Angaben des Storchenexperten Christian Reis wirkt das Tier äußerlich stabil. „Es klappert und frisst selbstständig“, sagte er. Entscheidend seien jedoch die nächsten ein bis zwei Nächte. Wenn das Küken diese Zeit gut überstehe und weiter fresse, seien die Chancen hoch, dass es später flügge werde.
Natürliches Verhalten bei Störchen
Dass Störche Küken aus dem Nest werfen, kommt laut Fachleuten häufiger vor. Wenn mehrere Jungtiere schlüpfen, sichern die Eltern so die Überlebenschancen der stärksten Tiere.
Auch in Freinsheim waren ursprünglich vier Küken geschlüpft. Eines verschwand bereits nach wenigen Tagen. Für Beobachter wirke dieses Verhalten oft hart. Aus Sicht der Tiere sei es jedoch ein natürlicher Mechanismus, der sich seit Tausenden von Jahren entwickelt hat. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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