Neues Wolfsrudel in Rheinland-Pfalz: Rhein-Lahn-Kreis betroffen
- Die Ausbreitung des Wolfes in Rheinland-Pfalz erfolgt laut Experten langsam und punktuell (Archivbild)
- Foto: Boris Roessler/dpa
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Rheinland-Pfalz. Im Rhein-Lahn-Kreis ist nun ein sechstes Wolfsrudel nachgewiesen worden, das ganz oder teilweise im Land unterwegs ist. Nach Angaben des Koordinationszentrums Luchs und Wolf Rheinland-Pfalz gehört es zum Rüdesheimer Rudel aus Hessen.
Grundlage für die Einstufung sind Bilddaten aus den Verbandsgemeinden Bad Ems-Nassau und Loreley über mehrere Monate in diesem Jahr. Hinzu kommt eine genetisch einmalige Erfassung eines Wolfs mit der Kennung GW4466m, der als Nachkomme des Rüdesheimer Rudels gilt.
Wegen der inzwischen regelmäßigen Aktivitäten stuft das Land das Rudel als grenzüberschreitendes sechstes Rudel mit Bezug zu Rheinland-Pfalz ein. Weitere Rudel gibt es den Angaben zufolge in Leuscheid, Hachenburg und Puderbach im Westerwald sowie im Hochwald und in Greifenstein in Hessen.
Nachwuchs in mehreren Rudeln belegt
Das Koordinationszentrum geht derzeit von elf etablierten erwachsenen Wölfen aus, die ganz oder teilweise in Rheinland-Pfalz leben. Dazu kommt ein Einzelwolf, der Gebiete in den Kreisen Bad Kreuznach, Kusel und Birkenfeld nutzt.
Eine nicht genau bekannte Zahl an Jungwölfen kommt hinzu. Gesicherte Hinweise auf Nachwuchs gibt es in mehreren Rudeln:
- Im Leuscheider Rudel wurde eine säugende Fähe per Fotofalle bestätigt
- Zusätzlich wurde dort ein diesjähriger Welpe nach einem Verkehrsunfall gefunden
- Im Hochwald-Rudel wurde ebenfalls eine säugende Fähe per Bild nachgewiesen
- Im Puderbacher Rudel belegte eine Wildkamera in diesem Jahr drei Welpen
Nach Einschätzung des Koordinationszentrums breitet sich der Wolf in Rheinland-Pfalz langsam und punktuell aus, mit einem Schwerpunkt im Westerwald. Eine Neugründung eines weiteren Rudels im laufenden Jahr sei grundsätzlich möglich. Konkrete Daten dazu liegen bislang aber nicht vor.
Mehr Übergriffe auf Weidetiere
Bis Anfang Juli wurden landesweit 122 gesicherte Wolfsnachweise gezählt. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 149. Das Niveau gilt damit als ähnlich stabil, weil die Kernreviere weiter besetzt sind.
Bei den Übergriffen auf Weidetiere zeigt die Statistik nach oben. Im vergangenen Jahr wurden 45 Übergriffe mit insgesamt 206 geschädigten Tieren erfasst. Im Jahr davor waren es 29 Übergriffe mit 125 betroffenen Tieren. Die Ausgleichszahlungen stiegen auf rund 43.000 Euro nach fast 20.000 Euro im Vorjahr. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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