Neue Sicherheitspläne nach Zug-Tod bei Kaiserslautern

Bei der Verkehrsministerkonferenz in Lindau am Bodensee steht das Thema Sicherheit für Bahnbeschäftigte auf der Agenda. (Symbolbild) | Foto: dpa
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Kaiserslautern. In Kaiserslautern hat ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter die Debatte über mehr Schutz im Bahnverkehr neu entfacht. Bund und Länder beraten seit Mittwoch, 25. März, über Maßnahmen, die Fahrgäste und Beschäftigte im Südwesten und bundesweit betreffen.

Was in dem Regionalzug passiert ist

Am Montag, 2. Februar, wollte der 36 Jahre alte Zugbegleiter Serkan Çalar in einem Regionalzug bei Kaiserslautern einen Fahrgast ohne gültiges Ticket des Zuges verweisen. Der damals 26 Jahre alte Mann griff den Kontrolleur an und schlug ihm mehrfach mit der Faust gegen den Kopf. Çalar starb am Mittwoch, 4. Februar, im Krankenhaus an einer Hirnblutung. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.

Welche Schritte die Bahn angekündigt hat

Nach der Tat sagte die Deutsche Bahn zusätzliche Schutzmaßnahmen zu. Ziel ist es, Beschäftigte mit Kundenkontakt besser abzusichern.

  • Freiwillige Bodycams für alle Kundenbetreuer im Nah und Fernverkehr
  • 200 zusätzliche Sicherheitskräfte bundesweit
  • Mehr Entscheidungsspielraum bei Ausweiskontrollen

Bis Mitte des Jahres sollen nach Bahnangaben rund 50 Prozent der Kundenbetreuer im Regionalverkehr eine Bodycam erhalten können. Im Fernverkehr ist der Start für den Sommer geplant.

Gewerkschaft sieht weiter Handlungsbedarf

Die Eisenbahn und Verkehrsgewerkschaft berichtet, dass sich viele Beschäftigte weiterhin unsicher fühlen. In einer Umfrage gaben zahlreiche Mitarbeiter an, regelmäßig beleidigt oder bedroht zu werden. Die zentrale Forderung nach einer durchgehenden Doppelbesetzung in Regionalzügen ist bisher offen.

Worüber Bund und Länder jetzt streiten

Auf der Verkehrsministerkonferenz in Lindau, die am Mittwoch, 26. März, endet, geht es auch um die Finanzierung weiterer Maßnahmen. In einer Beschlussvorlage wird auf einen erheblichen finanziellen Mehraufwand verwiesen, dessen Übernahme durch den Bund geklärt werden müsse.

Diskutiert werden zudem ein bundesweit einheitliches Waffen und Messerverbot im öffentlichen Personenverkehr sowie technische Lösungen. Digitale Tickets, auch das Deutschlandticket, sollen so weiterentwickelt werden, dass konfliktträchtige Ausweiskontrollen im Zug möglichst entfallen. dpa/red

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Autor:

Monika Klein aus Kaiserslautern

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