Neue Chance für obdachlose Frauen in Trier: Projekt soll zurück in eigene Wohnung führen
- Nach Angaben des Sozialdienstes Katholischer Frauen Trier nimmt Obdachlosigkeit bei Frauen zu (Symbolbild)
- Foto: Arne Dedert/dpa
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Trier. In Trier startet ein neues Wohnprojekt für obdachlose Frauen. Ziel ist es, Betroffene schrittweise wieder an den regulären Wohnungsmarkt heranzuführen und ihnen stabilen Wohnraum zu ermöglichen.
Der Sozialdienst Katholischer Frauen hat dafür zunächst zwei Wohnungen angemietet. Insgesamt vier Frauen können dort als Untermieterinnen leben. Die Bewohnerinnen zahlen nur den Anteil der Miete, der durch die Grundsicherung gedeckt ist. Fachkräfte begleiten und betreuen sie im Alltag.
Die Differenz zur tatsächlichen Miete wird über Sponsoringmittel finanziert. Projektleiterin Regina Bergmann erklärt, dass die Frauen so systematisch auf ein eigenständiges Wohnen vorbereitet werden sollen. Eine Ausweitung des Angebots ist nach Angaben des Trägers möglich.
Zahl wohnungsloser Frauen steigt
Nach Einschätzung des Sozialdienstes wächst das Problem der Wohnungslosigkeit bei Frauen. Im offenen Treff „Café Haltepunkt“ in Trier zeigt sich diese Entwicklung deutlich.
- 2019 kamen dort rund 200 Besucherinnen
- 2025 waren es bereits etwa 800 Frauen
Zu den Besucherinnen gehören Frauen ohne Mietvertrag oder mit akut drohendem Wohnungsverlust.
Land baut Hilfen weiter aus
Nach Angaben des Sozialministeriums lebten Ende Januar in Rheinland Pfalz rund 14.500 wohnungslose Menschen. Darunter waren etwa 6.000 Frauen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der untergebracht wohnungslosen Frauen um 105 Personen.
Als wohnungslos gelten Menschen ohne eigenen Mietvertrag oder Eigentum an Wohnraum.
Das Land hat seine Programme zur Wohnungslosenhilfe in den vergangenen Jahren ausgebaut. Unterstützt werden unter anderem Beratungsstellen zur Wohnraumsicherung und Projekte nach dem Ansatz „Housing First“. Dabei erhalten Betroffene direkt eine eigene Wohnung und werden anschließend sozial begleitet.
Für Angebote der Wohnungslosenhilfe stellt das Land im Haushalt 2026 rund 18 Millionen Euro bereit. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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