Navi für Störche: So lässt sich der Herbstzug von Rocky & Co. per App verfolgen

Auch Störche aus Rheinland-Pfalz wurden in diesem Jahr wieder beringt und mit Sendern ausgestattet, um ihr Zugverhalten und ihre Population beobachten zu können. (Symbolbild)   | Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
  • Auch Störche aus Rheinland-Pfalz wurden in diesem Jahr wieder beringt und mit Sendern ausgestattet, um ihr Zugverhalten und ihre Population beobachten zu können. (Symbolbild)
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Rheinland-Pfalz. Wer sich für Natur in der Region interessiert, kann den Herbstzug vieler Weißstörche jetzt live mitverfolgen: In Rheinland-Pfalz stehen in diesen Tagen rund 50 Tiere mit Sendern und speziellen Ringen besonders im Fokus der Forschung.

Nach Angaben von Wolfgang Fiedler vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Radolfzell wurden die Störche in diesem Sommer ausgestattet. Etwa 40 Tiere erhielten neue Vogelringe mit integrierter Ortungselektronik. Die Beringung erfolgte mit Unterstützung der Pflegestation des Storchenzentrums in Bornheim im Kreis Südliche Weinstraße.

Die Fachleute werten die Daten als besonders wertvoll für Rheinland-Pfalz. Nach Angaben Fiedlers ist so ein umfangreicher Datensatz zu Zugverhalten, Ansiedlung und Sterblichkeit von Weißstörchen entstanden. Das Storchenzentrum entscheide auch mit, wann ein Sender oder Ring an welchem Tier angebracht werde und ermittle die Identität der brütenden Störche.

Hitze und Vogelgrippe im Blick

Von dem diesjährigen Zug erhoffen sich die Forschenden Antworten auf zwei Fragen: ob die Geflügelpestausbrüche aus dem Vorjahr noch Folgen haben und wie stark die Hitze die Population belastet hat.

Fiedler berichtet, viele Jungstörche seien in diesem Sommer aus den Nestern gesprungen, weil es zu heiß gewesen sei oder sie kurz vor dem Verdursten standen. Einige Tiere wurden demnach eingesammelt, aufgepäppelt und später wieder freigelassen. Nun soll sich zeigen, ob diese Jungvögel die gleichen Überlebenschancen haben wie andere Störche.

Wer die Wege der Tiere verfolgen will, kann dafür die App „Animal Tracker“ nutzen. Dort lassen sich Aufenthaltsorte der besenderten Störche beobachten.

Bekannter Pfälzer Jungstorch schon in Frankreich

Besonders im Blick steht „Rocky 12279AHW96“ aus Freinsheim im Kreis Bad Dürkheim. Der Jungstorch ist in der Pfalz bekannt, weil sein Leben seit dem Schlüpfen über eine private Storchenkamera und in sozialen Medien verfolgt werden konnte.

Rocky ist inzwischen der letzte Überlebende von vier Geschwistern. Zwischenzeitlich wurde er im Storchenzentrum versorgt, nachdem er vom Nest in eine Dachrinne gerutscht war. Später kam er wieder zurück. Ende Juli startete er seine ersten Flugversuche. Am Mittwoch zeigte die App seinen Standort nahe Valence in der französischen Region Auvergne-Rhône-Alpes.

Überwinterung zwischen Spanien und Westafrika

Nach Angaben von Christian Reis vom Storchenzentrum Bornheim bekommen vor allem Küken einen Sender, deren Eltern bereits beringt sind und selbst einen Sender tragen. So lässt sich untersuchen, ob die Jungen später in dieselben Überwinterungsgebiete ziehen wie ihre Eltern.

Reis vermutet, dass sich viele Pfälzer Störche in Frankreich oder Spanien aufhalten werden. Fiedler verweist zugleich auf eine Besonderheit: Einige Jungtiere aus Rheinland-Pfalz ziehen schon im ersten Jahr bis nach Senegal oder Mali. Warum manche diesen weiten Weg wählen und andere nicht, ist bislang offen. Die neuen Daten sollen dazu nun genauere Antworten liefern. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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