Nach Polizeieinsätzen: Grenznahe Freibäder verschärfen ihre Kontrollen
- In Kehl wurde unter anderem die Besucherkapazität nach dem jüngsten Vorfall gesenkt. (Archivbild)
- Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
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Kehl. Badegäste in grenznahen Freibädern müssen sich in Kehl und Müllheim auf strengere Kontrollen einstellen. Hintergrund sind Vorfälle in Bädern nahe der französischen Grenze, bei denen in dieser Saison wiederholt Polizei und Sicherheitsdienste eingreifen mussten.
Besonders im Freibad Auenheim in Kehl kam es Ende Juni zu einem größeren Einsatz. Die Polizei räumte das Bad. Zum genauen Ablauf gibt es unterschiedliche Darstellungen.
Nach Angaben der Polizei versuchten 50 bis 60 junge Männer aus Frankreich mehrfach, ohne Eintritt ins Bad zu kommen. Später seien sie über den Außenzaun geklettert, hätten Anweisungen des Sicherheitspersonals missachtet und Regeln nicht befolgt.
Die Stadt Kehl schildert den Ablauf anders. Nach Angaben einer Sprecherin kletterten am frühen Nachmittag fünf bis sechs junge Männer aus Frankreich über ein Tor, nachdem ihnen der Zutritt wegen ungeeigneter Badekleidung verweigert worden war. Diese Gruppe sei sofort vom Sicherheitsdienst gestoppt und des Bades verwiesen worden.
Später sei es laut Stadt zu einem weiteren Vorfall gekommen. Zehn bis 15 junge Franzosen, die bereits im Bad waren, seien über eine Absperrung am Beckenrand gesprungen. Weil sie den Anweisungen des Personals nicht gefolgt seien, sei die Polizei gerufen worden. Kurz darauf wurde das Bad geräumt.
Mehrere Einsätze auch in Müllheim, Breisach und Offenburg
Im Freibad Müllheim gab es in der laufenden Saison bislang zwölf Polizeieinsätze. Das teilte das Polizeipräsidium Freiburg mit. Gründe waren demnach vor allem Ordnungsstörungen und Verstöße gegen die Haus- und Badeordnung. Hinzu kamen Fälle von Körperverletzung, Belästigung und Diebstahl. Bei einem Großteil der Einsätze seien Franzosen beteiligt gewesen.
Die Polizei ordnet die Lage in Müllheim jedoch als überschaubar ein. Die Zahl der Einsätze liege auf dem Niveau des Vorjahres. Auch die Stadt spricht grundsätzlich von einer guten Sicherheitslage. An heißen Tagen steige die Belastung für Aufsichts- und Sicherheitspersonal aber deutlich. Zudem sei das subjektive Sicherheitsempfinden eines Teils der Badegäste gesunken.
Auch im Waldschwimmbad Breisach musste die Polizei nach Angaben der Stadt in dieser Saison vereinzelt ausrücken. Nach Erfahrungen des Badepersonals betreffe ein Großteil der Regelverstöße Besucher aus Frankreich.
In Offenburg berichtet die Stadt für das Freizeitbad Stegermatt weiter von einem konstant niedrigen Niveau an Vorfällen. An einzelnen heißen Tagen komme es aber vermehrt zu Problemen mit einzelnen Gruppen junger Gäste aus dem grenznahen Raum. Das verursache zusätzlichen Betreuungs- und Kontrollaufwand.
Warum viele Gäste aus dem Elsass kommen
Ein Grund für den starken Zustrom liegt nach Angaben der Kommunen im Angebot auf der anderen Rheinseite. Klassische Freibäder mit Liegewiese und Sprungturm gibt es im Elsass kaum. Auch Straßburg betreibt überwiegend Kombibäder mit Hallenbecken. Deshalb kommen viele Badegäste zum Schwimmen nach Deutschland.
Die Städte Kehl und Müllheim betonen zugleich, dass Gäste aus dem Elsass willkommen sind. Die große Mehrheit halte sich an die Regeln.
Nach Einschätzung der Polizei hängt die Zahl der Einsätze vor allem vom Wetter und von den Besucherzahlen ab. Bei hohen Temperaturen steige die Zahl der Badegäste. Damit nehme auch das Konfliktpotenzial zu.
Diese Regeln gelten jetzt in Kehl und Müllheim
Nach dem Vorfall in Kehl hat die Stadt die Kapazität des Freibads Auenheim von 1600 auf 1400 Besucher gesenkt. Für den Kauf einer Tageskarte müssen Personalien angegeben werden. Außerdem ist beim Besuch ein Lichtbildausweis mitzuführen. Wer gegen Regeln verstößt, muss mit einem Badeverbot bis zum Saisonende rechnen.
Auch im Müllheimer Freibad gelten seit knapp zwei Wochen zusätzliche Vorgaben:
- Beim Kauf einer Tageskarte ist ein Ausweis vorzuzeigen
- Taschen werden kontrolliert
- Zusätzliches Sicherheitspersonal ist im Einsatz
Nach Angaben der Stadt fällt die erste Zwischenbilanz positiv aus. Die Lage habe sich etwas beruhigt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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