Mitgliederwahl in Baden-Württemberg: Glück soll FDP führen

Andreas Glück ist der letzte Parlamentarier der FDP im Südwesten. | Foto: Marijan Murat/dpa
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Stuttgart. Für die FDP in Baden-Württemberg steht nach dem Absturz aus dem Landtag ein Führungswechsel bevor. Im Südwesten setzte sich der Europaabgeordnete Andreas Glück in einer Mitgliederbefragung als neuer Landesvorsitzender durch.

Glück erhielt nach Angaben des Landesverbands 55,2 Prozent der Stimmen. Sein Gegenkandidat Sean Braun von Stumm aus Karlsruhe kam auf 44,8 Prozent.

Votum ist politisch bindend

Die Mitgliederbefragung lief drei Wochen. Rechtlich ist das Ergebnis nicht bindend. Politisch gilt das Votum aber als klare Vorentscheidung für den Landesparteitag im September. Dort soll Glück zum neuen Landesvorsitzenden gewählt werden. Zwar kann jedes Mitglied kandidieren. Beobachter rechnen jedoch damit, dass der Parteitag dem Mitgliederentscheid folgt.

Glück ist 51 Jahre alt, kommt aus Münsingen im Kreis Reutlingen und ist Chirurg sowie zweifacher Vater. Er war bis 2019 Mitglied des Landtags und sitzt heute im Europaparlament. Dort arbeitet er in Ausschüssen für öffentliche Gesundheit, Industrie, Forschung, Energie, Umwelt, Klima und Lebensmittelsicherheit.

FDP sucht nach dem Wahldebakel einen Neustart

Dass Glück das Rennen macht, war erwartet worden. Er gilt seit Jahren als gut vernetzt in der Partei und hatte die Unterstützung mehrerer Bezirksverbände. Zugleich ist er nach dem Ausscheiden der FDP aus Bundestag und Landtag der letzte hauptberufliche Parlamentarier der Partei in Baden-Württemberg.

Auslöser für den Wechsel an der Spitze ist das schlechte Abschneiden bei der Landtagswahl im März. Die FDP kam nur noch auf 4,4 Prozent nach 10,5 Prozent bei der Wahl zuvor und verpasste damit erstmals den Einzug in den Stuttgarter Landtag. Der bisherige Landesvorsitzende Hans-Ulrich Rülke kündigte danach seinen Rücktritt an. Als Gründe für das Ergebnis nannte er den Vertrauensverlust durch die Ampelregierung in Berlin sowie den zugespitzten Wettbewerb zwischen CDU und Grünen. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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