Mehr Druck am Flughafen Hahn: PFAS-Sanierung ohne Zeitplan
- Rund um den Flughafen Hahn wurden Belastungen mit Chemikalien gemessen. (Archivbild)
- Foto: Thomas Frey/dpa
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Hahn. Für Anwohner rund um den Flughafen Frankfurt-Hahn bleibt offen, wann belastete Gewässer und Böden saniert werden. Die Verbandsgemeinde Kirchberg fordert deshalb mehr Einsatz gegen PFAS-Chemikalien auf und rund um das Flughafengelände.
Bürgermeister Peter Müller sieht Bund, Land Rheinland-Pfalz und die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in der Pflicht. „Es muss mehr passieren“, sagte er. Die Belastung bestehe seit Jahren, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung seien derzeit nicht bekannt. Betroffen sind nach Angaben der Verbandsgemeinde neben Lautzenhausen auch Bärenbach und Hahn.
Brühlbach und Fische teils stark belastet
PFAS sind per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Sie bauen sich in Umwelt und Körper kaum ab und werden daher auch „Ewigkeitschemikalien“ genannt. Für einzelne Stoffe gibt es Hinweise auf gesundheitliche Risiken.
Die Chemikalien wurden unter anderem in Löschschaum verwendet. Die Belastung im Umfeld von Flughäfen wird mit dem Einsatz solcher Schaumlöschmittel während der Stationierung amerikanischer Streitkräfte in Verbindung gebracht.
Die SGD Nord untersuchte Gewässer rund um den Flughafen zwischen 2012 und 2019. Den Brühlbach bei Hahn überprüfte die Behörde zusätzlich von August 2020 bis Juli 2021. Im Jahr 2023 wurden alle Gewässer im Umfeld kontrolliert, in denen Fische leben oder leben könnten.
Westlich des Flugplatzes wurden laut Behörde vergleichsweise geringe PFAS-Konzentrationen festgestellt. Der Brühlbach bei Hahn war dagegen sehr stark belastet. Auch östlich des Flughafengeländes wurden teilweise hohe Werte gemessen. In Fischen aus Großbach, Grundbach und Hitzelbach wiesen die Untersuchungen erhöhte PFAS-Belastungen nach. Die höchsten Konzentrationen fanden sich in Fischen aus dem Hitzelbach nordöstlich des Flughafens.
Untersuchungen laufen noch
Die SGD Nord hatte der damaligen Flughafen Hahn GmbH bereits 2018 angeordnet, Art und Ausmaß der Bodenverunreinigungen auf dem Gelände genauer zu untersuchen. Weitere Anordnungen folgten 2019. Wegen der Insolvenz des damaligen Betreibers verzögerte sich die Umsetzung.
Nach dem Verkauf an die TRIWO AG im April 2023 wies die Behörde die neue Betreiberin 2024 darauf hin, dass die Untersuchungspflicht fortbesteht. Die Untersuchungen laufen nach Angaben der SGD Nord weiter. Erst nach ihrem Abschluss kann über Sanierungsmaßnahmen entschieden werden.
Als mögliche Schritte nennt die Behörde eine Einkapselung des Hauptbelastungsbereichs am Feuerlöschübungsbecken. PFAS-haltiges Grund- und Oberflächenwasser könnte zudem dauerhaft aufgefangen und gereinigt werden. Einen Zeitplan für eine Sanierung gibt es bislang nicht.
Im Trinkwasser bislang keine PFAS-Funde
In den Trinkwasseranalysen der Verbandsgemeindewerke Kirchberg wurden nach Angaben der Verwaltung bislang keine PFAS-Belastungen festgestellt. Die Brunnen und Quellen liegen weit vom Flughafen entfernt. Wasserversorger sind seit 2026 verpflichtet, Trinkwasser auf PFAS zu untersuchen. Eine Anfrage an den Flughafen zu den laufenden Untersuchungen und möglichen Maßnahmen blieb zunächst unbeantwortet. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |