Konversion in Rheinland-Pfalz: Was aus früheren US-Basen wurde
- Im vergangenen Jahr verzeichnete der Flughafen Hahn nach eigenen Angaben ein Passagieraufkommen von knapp 2,2 Millionen Menschen. (Archivbild)
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Rheinland Pfalz. Der Abzug ausländischer Soldaten hat viele Regionen wirtschaftlich erschüttert. Gleichzeitig entstanden auf ehemaligen Militärflächen neue Arbeitsplätze und ganze Stadtteile. Mehrere Beispiele aus Rheinland Pfalz zeigen, wie aus früheren US und französischen Standorten zivile Projekte wurden.
Nach dem Ende des Kalten Krieges sank die Zahl der ausländischen Soldaten im Land deutlich. Mitte der 1980er Jahre waren noch rund 69.000 US Soldaten in Rheinland Pfalz stationiert. Heute sind es etwa 18.500. Auch die französischen Streitkräfte zogen vollständig ab. Zurück blieben Kasernen, Flugplätze und Wohnsiedlungen. Für Kommunen begann damit die sogenannte Konversion. Gemeint ist die Umwandlung militärischer Flächen in zivile Nutzung.
Flughafen Hahn
Der heutige Flughafen Frankfurt Hahn entstand aus einem Militärflugplatz. Französische Streitkräfte begannen 1951 mit dem Bau. Kurz nach der Gründung der Nato übernahm die US Air Force den Standort und stationierte dort bereits im September 1952 ihre erste Einheit.
1993 zogen die amerikanischen Streitkräfte endgültig ab. Das Land Rheinland Pfalz nutzte die Chance und entwickelte den Standort zu einem Flughafen für internationalen Luftverkehr. Die zivile Nutzung begann vergleichsweise schnell.
Heute zählt der Flughafen nach eigenen Angaben jährlich rund 2,2 Millionen Passagiere. Dazu kommen etwa 107.000 Tonnen Luftfracht.
Zweibrücken: Outlet und Gewerbepark
Besonders stark betroffen war der Landkreis Südwestpfalz. In den 1990er Jahren mussten für 59 militärische Liegenschaften mit insgesamt rund 2.150 Hektar neue Nutzungen gefunden werden.
Auf dem Gelände des früheren US Flugplatzes Zweibrücken entstanden:
- das Zweibrücken Fashion Outlet
- ein Gewerbegebiet am ehemaligen Flughafen
- mehr als 90 Unternehmen mit rund 3.200 Arbeitsplätzen
Auch ehemalige Depots entlang der Bundesstraße B427 zwischen Dahn und Hinterweidenthal wurden zu Gewerbeparks entwickelt. In Münchweiler an der Rodalb kam mit dem Gräfensteiner Park ein weiteres Gewerbegebiet hinzu.
Bitburg Air Base
Der Abzug der US Air Force aus Bitburg im Jahr 1994 traf die Region besonders hart. Mehr als 40 Jahre lang war dort das 36. Jagdgeschwader stationiert. Rund 13.000 Amerikaner lebten in der Stadt und im Umland. Sie sorgten für zahlreiche Arbeitsplätze und gaben jährlich etwa 300 Millionen Mark in der Region aus.
Nach dem Abzug begann die schrittweise Umwandlung des Flugplatzes. Heute ist dort ein Gewerbe und Industriegebiet mit rund 180 Unternehmen entstanden. Etwa 1.400 Menschen arbeiten inzwischen auf dem früheren Militärgelände.
Auch die Entwicklung geht weiter. Die frühere US Wohnsiedlung "Bitburg Housing" wurde kürzlich an kommunale Partner verkauft. Auf dem rund 57 Hektar großen Areal soll in den kommenden 15 Jahren ein neuer Stadtteil entstehen mit Wohnungen, Gewerbe, Bildungseinrichtungen und Freizeitangeboten. Der Baubeginn ist für 2028 geplant.
Trier: Von der Garnison zum Wissenschaftspark
Trier war lange eine der wichtigsten Garnisonen der französischen Streitkräfte außerhalb Frankreichs. 1995 lebten noch etwa 15.000 Franzosen in der Moselstadt. Bis 1999 zogen die Soldaten und ihre Familien vollständig ab.
Auch hier gelang die Konversion. Ehemalige Kasernen werden heute für Wohnungen, Handel und Dienstleistungen genutzt. Auf dem früheren Militärstandort Petrisberg entstand zudem ein Wissenschaftspark mit Wohn und Freizeitflächen.
Die Beispiele zeigen, dass der Abzug der Streitkräfte zunächst große wirtschaftliche Lücken hinterließ. Gleichzeitig entstanden durch neue Nutzungskonzepte langfristig Arbeitsplätze, Gewerbegebiete und neue Stadtviertel in vielen Regionen von Rheinland Pfalz. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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