Keine Selfies in der Badehose: Özdemir zieht Grenze im Thermalbad
- Özdemir ist bald 100 Tage im Amt.
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Bad Urach. Für Badegäste und Passanten in Baden-Württemberg gilt bei Ministerpräsident Cem Özdemir inzwischen fast überall dasselbe: Begegnungen sind möglich, Selfies in Badehose oder in der Sauna aber nicht. Das schilderte der Grünen-Politiker mit Blick auf seinen veränderten Alltag seit dem Amtsantritt.
Besonders ungewöhnlich sei eine Szene kurz nach seiner Vereidigung gewesen. Bei einem Besuch mit seiner Familie im Thermalbad in seiner Heimat Bad Urach hätten Jugendliche sogar im Wasser ein gemeinsames Foto machen wollen. Özdemir sagte dazu, er mache vieles möglich, aber Selfies in Badehose bitte nicht.
Bekanntheit als Ministerpräsident deutlich gewachsen
Auch die Sauna sei für ihn kein anonymer Rückzugsort mehr. Dort sei er ebenfalls angesprochen worden. Spätestens da habe er gemerkt, dass Besuche inkognito seit dem Wechsel an die Spitze des Landes kaum noch möglich seien.
Özdemir verwies darauf, dass er schon als Bundesminister sehr sichtbar gewesen sei. Die Wahrnehmung als Ministerpräsident sei aber noch einmal deutlich größer. Das Amt sei für die öffentliche Aufmerksamkeit ein neues Niveau.
Gespräche sind willkommen, heimliche Fotos nicht
Nach eigenen Worten stört ihn die neue Dauerpräsenz im Alltag nicht. Wer Ministerpräsident sei, müsse damit rechnen, außerhalb der eigenen Wohnung als öffentliche Person wahrgenommen zu werden. Das gehöre zum Job.
Den direkten Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern beschreibt Özdemir sogar als besonders positiven Teil seiner neuen Rolle. Am liebsten sei es ihm, wenn Menschen ihn beim Einkaufen oder in der Stadt direkt ansprechen. Für ein kurzes Gespräch, ein Autogramm oder ein Foto stehe er dann zur Verfügung. Heimliches Fotografieren lehnt er dagegen ab. Für Selfies im Thermalbecken oder in der Sauna zieht er eine klare Grenze. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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