Kanzlerkandidat der Grünen? Warum Cem Özdemir abwinkt – und was er stattdessen fordert
- Cem Özdemir regiert seit Mitte Mai als Ministerpräsident in Baden-Württemberg.
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Stuttgart. Für die Grünen im Bund setzt Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir auf einen klaren Wahltipp aus dem Südwesten: mehr Pragmatismus und ein Kurs der Mitte.
Özdemir sagte der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart, Wahlen würden in Baden-Württemberg vor allem von Parteien gewonnen, die eine „sehr pragmatische Richtung“ hätten. Aus seiner Sicht lässt sich dieser Kurs auch auf andere Bundesländer übertragen.
Özdemir verweist auf Wahlerfolg im Südwesten
Bei der Landtagswahl im März kamen die Grünen in Baden-Württemberg auf 30,2 Prozent der Stimmen und lagen damit knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent. Im Landtag verfügen beide Koalitionspartner über jeweils 56 Sitze.
Özdemir wertet das Ergebnis als Bestätigung seines Mitte-Kurses. Eine Öffnung zur politischen Mitte bedeute aus seiner Sicht nicht, dass die Partei links an Profil verliere. Er verwies darauf, dass die Linke nicht im Landtag vertreten ist, die SPD 5,5 Prozent erreichte und die Grünen dennoch vor der CDU landeten.
Kritik aus der Partei weist er zurück
Im Landtagswahlkampf war Özdemirs eher konservativer Kurs von der Grünen Jugend auf Bundesebene und von Vertretern des linken Parteiflügels kritisiert worden. Dazu sagte er, er sei „mitten in der Grünen Partei“ verankert und sogar fester als die Grüne Jugend. Den Eindruck, er oder sein Vorgänger Winfried Kretschmann seien keine echten Grünen, wies er zurück.
Özdemir nannte es einen Mythos, dass Baden-Württemberg ein politischer Sonderfall sei. Die Themen, die die Menschen im Südwesten bewegten, gebe es auch anderswo. Wenn die Grünen hier mehr als 30 Prozent erreicht hätten, müsse sich daraus nach seiner Einschätzung auch für den Bund etwas ableiten lassen.
Blick auf die nächste Bundestagswahl
Mit Blick auf die nächste Bundestagswahl bot Özdemir an, sich an der Debatte über die Kanzlerkandidatur zu beteiligen. Sein Rat sei, weniger darauf zu schauen, wer einen grünen Parteitag begeistern könne, sondern stärker darauf, wer ein möglichst breites Wählerspektrum anspreche.
Für eine eigene Kanzlerkandidatur steht Özdemir nach eigenen Worten nicht bereit. Er sagte, das Amt des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg sei für ihn „der schönste Job“, den das Land zu vergeben habe. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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