Essensausgabe in Trier: Sozialküche hilft täglich Bedürftigen
- 40 bis 70 Essen pro Tag werden ausgegeben.
- Foto: Birgit Reichert/dpa
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Trier. Wer wenig Geld hat oder ohne Wohnung lebt, findet in Trier täglich eine warme Mahlzeit und weitere Hilfe. In der Sozialküche der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf werden nach Angaben der Helfer pro Tag 40 bis 70 Essen ausgegeben.
Kurz nach 9 Uhr füllen sich die Tische in der Villa St. Vinzenz. Auf den Tellern liegen Fleisch, Kartoffeln, Blumenkohl und Soße. Dazu gibt es je nach Vorrat auch Erbsensuppe, Kuchen oder Kekse. Das Essen stammt aus der Großküche des benachbarten Krankenhauses und ist vom Vortag übrig geblieben.
Warme Mahlzeit, Dusche und Wäsche
Zur Sozialküche kommen wohnungslose Menschen ebenso wie Menschen mit sehr wenig Geld. Ein 50-Jähriger berichtet, dass sein Bürgergeld nicht reiche und er deshalb fast jeden Tag zum Essen komme. Auch Wäschewaschen sei dort möglich. Andere nutzen die Dusche oder laden ihr Handy auf.
Nach Worten von Bruder Elias, dem Leiter der Sozialküche, bekommt grundsätzlich jeder etwas zu essen. Eine Pflicht, die eigene Geschichte zu erzählen, gibt es nicht. Wenn Fleisch knapp wird, werden Portionen kleiner geschnitten. Beilagen, Gemüse und Soße können nachgefordert werden. Noch vor 10 Uhr war das Fleisch an diesem Tag aufgebraucht. Es gab aber weiter vegetarische Speisen und Suppe.
Mehr als nur eine Essensausgabe
Neben warmen Mahlzeiten verteilt die Einrichtung auch Brot, Wurst und Käse. Manche nehmen die Lebensmittel als Lunchpaket mit. In der Kleiderkammer gibt es Kleidung. Direkt neben der Küche befindet sich außerdem eine Wohnungslosenambulanz. Zweimal pro Woche wird dort eine ärztliche Sprechstunde angeboten.
Rund 25 Ehrenamtliche arbeiten nach dpa-Informationen mit. Bruder Elias leitet die Sozialküche seit 24 Jahren. Er beobachtet, dass heute mehr psychisch kranke Menschen kämen als früher. Damit gebe es auch mehr Unruhe und mehr schwierige Situationen im Alltag.
Treffpunkt gegen Hunger und Einsamkeit
Für manche Besucher ist die Sozialküche nicht nur ein Ort gegen den Hunger, sondern auch gegen Einsamkeit. Einige kommen nach eigenen Angaben wegen der Gemeinschaft und der verlässlichen Kontakte. Die Einrichtung ist jeden Tag geöffnet, auch an Wochenenden und Feiertagen.
Als die Töpfe an diesem Vormittag noch vor 12 Uhr leer sind, haben nach Angaben der Helfer alle etwas bekommen. Bruder Elias sagt dazu: „Hunger hat man ja jeden Tag.“ dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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