Dino-Zähne, Goldschätze und Römerfunde: Welche Geheimnisse unter Rheinland-Pfalz verborgen liegen
- Dino-Knochen, Kriegsschiffe und Goldschätze machen das Bundesland zu einer archäologischen Schatzkammer. (Archivbild)
- Foto: Harald Tittel/dpa
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Rheinland-Pfalz. Wer im Südwesten unterwegs ist, läuft oft über jahrtausendealte Geschichte. In Rheinland-Pfalz kommen bei Grabungen immer wieder spektakuläre Funde ans Licht. Der jüngste Fund überrascht selbst Fachleute. In der Südeifel entdeckten Forscher erstmals Überreste eines Dinosauriers im Bundesland.
Die Wissenschaftler fanden drei Zähne, zwei Fußkrallen und einen Zehenknochen eines mehr als 200 Millionen Jahre alten Raubsauriers. Der sogenannte Lophostropheus wurde etwa vier Meter lang und bewegte sich auf zwei Beinen. Für Paläontologen gilt der Fund als besonderer Moment. Rheinland-Pfalz hatte bislang keinen eigenen Dinosauriernachweis.
Das untersuchte Gestein entpuppte sich laut Forschern als regelrechte Schatztruhe voller versteinerter Spuren früher Tiere. Viele der Funde werden noch ausgewertet.
Rätsel um Goldschatz aus der Spätantike
Spektakuläre Entdeckungen sind im Land keine Seltenheit. Große Aufmerksamkeit erregte etwa der sogenannte Hortfund von Rülzheim in der Pfalz. Ein privater Sondengänger entdeckte dort im Jahr 2013 Gold und Silber aus der Spätantike. Der Fund führte später auch zu einem Rechtsstreit.
Zu den Stücken gehören Schmuck, Beschläge und Gefäße. Besonders bekannt wurde ein prunkvoller Klappstuhl aus Metall. Solche Faltstühle galten in der Antike als Symbol für Macht und Rang. Auffällig ist laut Experten, dass Darstellungen mit solchen Sitzen häufig Frauen zeigen.
Bis heute ist ungeklärt, warum die wertvollen Gegenstände im fünften Jahrhundert am Rhein vergraben wurden. Die Zeit war geprägt vom Zerfall des Weströmischen Reiches.
Römische Spuren prägen die Region
Archäologische Funde liefern wichtige Hinweise auf das Leben früherer Gesellschaften. "Für viele Epochen fehlen schriftliche Quellen", erklärt Stephanie E. Metz von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Ausgrabungen könnten deshalb oft als einzige Quelle dienen.
Die Region gilt als besonders fundreich. Sie lag über Jahrtausende an wichtigen Verkehrswegen und bot günstige Siedlungsbedingungen. Vor allem in der Römerzeit spielte das Gebiet eine bedeutende Rolle.
Ein eindrucksvolles Beispiel sind die Kaiserthermen in Trier. Die Anlage gehört heute zum Unesco-Welterbe. In der Antike waren solche Thermen weit mehr als Badehäuser. Dort trafen sich Politiker, Händler und Soldaten. Geschäfte wurden besprochen und Neuigkeiten verbreitet.
Spektakuläre Entdeckungen auch in Mainz
Auch Mainz brachte bedeutende Funde hervor. In den 1980er Jahren entdeckten Archäologen mehrere römische Kriegsschiffe im Boden nahe dem Rhein. Die gut erhaltenen Schiffe aus dem vierten Jahrhundert ermöglichten neue Einblicke in die Militärtechnik der Römer.
Neben großen Sensationen sind für Archäologen auch unscheinbare Funde wichtig. Alltagsgegenstände zeigen, wie Menschen früher lebten. Sie gelten als Teil eines großen historischen Puzzles.
Noch heute stoßen Bauarbeiten in Rheinland-Pfalz regelmäßig auf Spuren der Vergangenheit. Darunter keltische Befestigungen, fränkische Gräber oder Münzschätze. Manchmal reichen wenige Meter unter der Erde, um auf Geschichte zu stoßen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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