Cem Özdemir: Warum die Bundesjugendspiele wieder stärker auf Leistung setzen sollen

Der baden-württembergische Kultusminister Andreas Jung (CDU) will die Bundesjugendspiele wieder leistungsorientierter gestalten.(Archivbild) | Foto: Florian Wiegand/dpa
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Stuttgart. Bei den Bundesjugendspielen könnte für viele Grundschulkinder bald wieder stärker der klassische Wettkampf zählen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir unterstützt die geplante Rückkehr zu Urkunden und klaren Leistungsregeln.

Der Grünen-Politiker erinnerte daran, dass er selbst als Schüler selten auf dem Siegerpodest stand. „Ich gehörte leider nicht in den erlauchten Kreis derer, die immer Ehrenurkunden bekamen“, sagte Özdemir in Stuttgart. Dennoch halte er den Leistungsgedanken im Sport für wichtig. Bewegung und Leistung gehörten zusammen.

Sport vermittle nach seinen Worten Werte wie Fairness, Einsatzbereitschaft, Teamgeist und Disziplin. Dazu gehöre auch die Fähigkeit, mit Niederlagen umzugehen. Gleichzeitig müsse die Freude an Bewegung erhalten bleiben. „Unterm Strich muss die Freude an der Bewegung nicht leiden, sondern gestärkt werden.“ Anstrengung müsse anerkannt werden.

Vom Wettbewerb zurück zum Wettkampf

Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Jung kündigte an, die Bundesjugendspiele ab dem kommenden Sommer wieder nach klaren Wettkampfregeln auszurichten. Geplant sind Urkunden in Gold, Silber und Bronze.

Auch die Bildungsministerkonferenz beschloss in München, dass Grundschulen ab der dritten Klasse wieder den klassischen Wettkampfmodus anbieten dürfen.

In den vergangenen Jahren waren die Bundesjugendspiele für Grundschulkinder bis zur vierten Klasse in den Sportarten Leichtathletik und Schwimmen nur noch als Wettbewerb organisiert. Diese Änderung galt seit dem Schuljahr 2023 2024. Zuvor betraf sie nur die ersten beiden Klassen.

Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums unterscheiden sich beide Formen deutlich.

  • Wettkampf: Ergebnisse werden nach festen Regeln gemessen und miteinander verglichen.
  • Wettbewerb: Die Leistungen stehen weniger im direkten Vergleich. Der spielerische Charakter soll stärker betont werden.

Die Reform sollte die Spiele kindgerechter machen. Kritiker bemängelten jedoch, dass damit der Leistungsgedanke verloren gehe und Kinder weniger lernen würden, mit Niederlagen umzugehen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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