Bis zu 70 Sternschnuppen pro Stunde über der Pfalz erwartet
- In den Nächten rund um den 12. August könnten über der Pfalz besonders viele Sternschnuppen zu sehen sein. Vor allem an dunklen Orten stehen die Chancen gut.
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Sternschnuppen. Über den Weinbergen der Pfalz liegt noch die Dämmerung, als am Himmel bereits die ersten Lichtspuren auftauchen. Nach der partiellen Sonnenfinsternis am Mittwochabend, 12. August, folgt in der Nacht das nächste Himmelsschauspiel: Die Perseiden erreichen in der Nacht auf Donnerstag ihr Maximum. Über den Höhen des Pfälzerwaldes stehen die Chancen auf besonders viele Sternschnuppen in diesem Jahr außergewöhnlich gut
Besonders auf Aussichtspunkten wie der Kalmit, am Weinbiet oder auf freien Flächen entlang des Pfälzerwaldes dürften sich in der Nacht viele Blicke Richtung Himmel richten. Die Bedingungen gelten in diesem Jahr als außergewöhnlich günstig: Laut Wettervorhersage bleibt der Himmel über Rheinland-Pfalz weitgehend wolkenlos, dazu sorgt die Neumondphase für besonders dunkle Nächte. Astronominnen und Astronomen rechnen deshalb mit einer guten Sicht auf den Meteorstrom.
Warum in der Nacht besonders viele Sternschnuppen zu sehen sein könnten
Die Perseiden zählen zu den bekanntesten Sternschnuppenströmen des Jahres. Jedes Jahr im August kreuzt die Erde die Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die winzigen Teilchen rasen mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre und verglühen dort. Am Himmel erscheinen sie als kurze, helle Lichtstreifen.
Ihren Namen verdanken die Perseiden dem Sternbild Perseus. Dort liegt der sogenannte Radiant, also der Punkt, aus dem die Sternschnuppen scheinbar kommen. Tatsächlich ziehen die Meteore allerdings über den gesamten Himmel.
Zum Höhepunkt des Meteorstroms könnten unter idealen Bedingungen bis zu 70 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar werden. Fachleute weisen allerdings darauf hin, dass solche Werte vor allem an sehr dunklen Orten erreicht werden. In helleren Gegenden oder in der Nähe größerer Städte fällt die Zahl deutlich geringer aus.
Wann die Perseiden über der Pfalz am besten sichtbar sind
Die besten Chancen auf Sternschnuppen bestehen in der Nacht vom 12. auf den 13. August sowie in der darauffolgenden Nacht bis zum 14. August. Besonders aktiv dürfte der Himmel in der Nacht vom 12. auf den 13. August zwischen etwa 22 Uhr und 4 Uhr morgens werden. Als beste Beobachtungszeit gelten die Stunden nach Mitternacht, weil der Radiant dann höher am Himmel steht.
Der Höhepunkt wird gegen 4 Uhr morgens erwartet. Dann könnten besonders viele Meteore sichtbar werden. Zusätzlich sorgt die Neumondphase in diesem Jahr für gute Bedingungen. Der Mond steht abends nahe der Sonne und verschwindet vergleichsweise früh unter dem Horizont. Dadurch bleibt der Himmel in der zweiten Nachthälfte besonders dunkel – ein Vorteil für die Beobachtung der Sternschnuppen.
- Die Perseiden erreichen in der Nacht auf Donnerstag ihr Maximum. Unter guten Bedingungen sind bis zu 70 Sternschnuppen pro Stunde möglich.
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Wo die Chancen in der Pfalz besonders gut stehen
Für die Beobachtung gilt eine einfache Regel: Je dunkler der Himmel, desto besser die Sicht. Besonders geeignet sind deshalb höher gelegene Orte mit freiem Blick über den Horizont.
In der Pfalz bieten sich dafür mehrere bekannte Aussichtspunkte an. Die Kalmit bei Maikammer, der höchste Berg des Pfälzerwaldes, dürfte zu den beliebtesten Orten zählen. Auch am Weinbiet bei Neustadt-Gimmeldingen, auf der Kleinen Kalmit bei Ilbesheim oder auf freien Flächen der Sickinger Höhe sind gute Bedingungen möglich.
Wichtig ist vor allem eine freie Sicht Richtung Nordosten, denn dort liegt das Sternbild Perseus. Hilfreich können dabei offene Felder, Aussichtspunkte, Burgen, Brücken oder Dachterrassen sein. Waldstücke oder hohe Bäume am Horizont erschweren dagegen die Beobachtung.
Im Sternenpark Pfälzerwald wurden in den vergangenen Jahren mehrere Beobachtungsorte ausgewiesen, an denen künstliches Licht nur eine geringe Rolle spielt. Deutlich schwieriger wird die Sicht in dichter bebauten Regionen oder in der Nähe größerer Industriegebiete wie rund um Ludwigshafen.
Wetter in Rheinland-Pfalz könnte ideale Bedingungen bringen
Auch das Wetter spielt den Sternschnuppen-Fans in diesem Jahr in die Karten. Nach aktuellen Prognosen soll der Himmel über Rheinland-Pfalz in den kommenden Nächten weitgehend klar bleiben. Größere Wolkenfelder werden derzeit nicht erwartet.
Die Temperaturen liegen voraussichtlich zwischen 22 Grad am Abend und etwa 17 Grad in den frühen Morgenstunden. Damit dürfte die Perseiden-Nacht vergleichsweise mild bleiben – ein Vorteil für alle, die längere Zeit draußen verbringen möchten.
Was für die Beobachtung wichtig ist
Für die Beobachtung der Perseiden braucht es keine besondere Ausrüstung. Sternschnuppen lassen sich mit bloßem Auge meist besser erkennen als mit Ferngläsern oder Teleskopen, weil sie plötzlich an unterschiedlichen Stellen des Himmels auftauchen.
Entscheidend ist Geduld. Die Augen benötigen etwa 20 bis 30 Minuten, um sich vollständig an die Dunkelheit zu gewöhnen. Helle Handybildschirme oder Taschenlampen können diesen Effekt schnell wieder zerstören. Viele Sternwarten empfehlen deshalb möglichst wenig künstliches Licht.
Tipp
Hilfreich kann außerdem ein kurzer Blick auf den Handy-Kompass sein: Der scheinbare Ursprung der Perseiden liegt im Nordosten. Wer die Himmelsrichtung einmal gefunden hat, sollte das Smartphone danach möglichst wieder weglegen. Schon helle Displays oder Taschenlampen können die Augen erneut an Licht gewöhnen und schwächere Sternschnuppen unsichtbar machen.
Wer länger draußen bleibt, sollte außerdem warme Kleidung oder eine Decke mitnehmen. Die Perseiden gelten nicht ohne Grund als „Sommerklassiker“ unter den Meteorströmen: Viele beobachten sie von Picknickdecken, Liegestühlen oder freien Wiesen aus.
Warum der 12. August astronomisch besonders ist
Dass die Perseiden ausgerechnet in der Nacht der Sonnenfinsternis ihren Höhepunkt erreichen, macht den 12. August astronomisch außergewöhnlich. Erst schiebt sich am Abend der Mond teilweise vor die Sonne, wenige Stunden später ziehen die nächsten Lichtspuren über den Himmel der Pfalz.
Damit treffen gleich zwei seltene Himmelsereignisse aufeinander – und das bei ungewöhnlich guten Wetter- und Sichtbedingungen. Vor allem über den dunkleren Höhen des Pfälzerwaldes könnte die Nacht deshalb besonders eindrucksvoll werden.
Autor:Katharina Wirth aus Herxheim |
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