Archäologen rätseln bis heute: Vier große Geheimnisse des römischen Trier

Die Porta Nigra gilt als besterhaltenes römisches Stadttor nördlich der Alpen. (Archivbild) | Foto: Harald Tittel/dpa
  • Die Porta Nigra gilt als besterhaltenes römisches Stadttor nördlich der Alpen. (Archivbild)
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Trier. Für Besucher und Geschichtsinteressierte zeigt Trier weiter neue Rätsel der Römerzeit. In der ältesten Stadt Deutschlands sind trotz Porta Nigra, Kaiserthermen und Amphitheater zentrale Fragen zur antiken Stadtarchäologie bis heute offen.

Bis zu 80.000 Menschen lebten einst in Augusta Treverorum. Ende des dritten Jahrhunderts wurde Trier sogar Hauptstadt des Weströmischen Reiches. Doch nach Angaben des Leiters der Außenstelle Trier der Landesarchäologie, Joachim Hupe, fehlt bei mehreren wichtigen Bauwerken bis heute der eindeutige Nachweis.

Wo das römische Theater lag

Offen ist die Frage nach dem antiken Theater für Komödien und Dramen. Für Hupe ist klar, dass es in einer römischen Stadt wie Trier ein solches Gebäude gegeben haben muss. Im archäologischen Befund sei es bislang aber nicht sicher zu verorten. Vermutet wird, dass Reste stark abgetragen wurden und deshalb heute nur schwer nachweisbar sind.

Hinweise auf den Circus im Osten der Stadt

Auch die Lage der römischen Pferderennbahn beschäftigt die Forschung weiter. Der antike Circus ist literarisch überliefert. Zudem gibt es laut Hupe archäologische Hinweise, die eine ältere These stützen: Demnach könnte die Anlage im Gebiet Gartenfeld im Osten von Trier gelegen haben.

Man geht dort von einer rund 400 Meter langen und 80 Meter breiten Rennbahn aus. Überliefert sind Wagenrennen mit Vierspännern. Aktuell läuft in der Agritiusstraße eine kleinere Grabung im Außenbereich der vermuteten Anlage. Ein Gesamtbild fehlt aber weiter, weil die Struktur wohl stark mit Erde modelliert war und sich nicht klar als festes Bauwerk abzeichnet.

  • offene Frage 1: Wo lag das antike Theater?
  • offene Frage 2: Wo verlief der römische Circus?
  • offene Frage 3: Wo stand der Kapitolstempel?
  • offene Frage 4: Wie wohnten einfache Menschen im römischen Trier?

Kapitolstempel und Wohnhäuser bleiben unklar

Ungeklärt ist nach Angaben der Landesarchäologie auch der Ort des Kapitolstempels. Solche Tempel für Jupiter, Juno und Minerva gehörten in römischen Städten zum zentralen Bild. In Trier gibt es dafür bislang keinen gesicherten Standort. Theorien verorten ihn entweder im Bereich der Römerbrücke oder auf dem Forum im Zentrum.

Zugleich fehlen noch viele Erkenntnisse zum Alltag einfacher Menschen. Nach Angaben von Hupe liegen bisher nur wenige einigermaßen vollständige Hausgrundrisse vor. Wie breite Bevölkerungsschichten wohnten, ist daher weiter nur in Teilen bekannt.

Warum in Trier nur bei Bauprojekten gegraben wird

Neue Grabungen gibt es in Trier meist nur dann, wenn aktuelle Bauvorhaben anstehen. Wenn möglich, bleiben Bodendenkmäler im Boden, um sie für kommende Generationen zu erhalten. Das begrenzt zwar die Forschung, schützt aber die Substanz.

Wie wichtig solche Gelegenheiten sind, zeigte zuletzt eine Grabung vor dem Neubau der Hauptfeuerwache in den Jahren 2023 und 2024. Dabei wurde eine Kultstätte für den römisch-persischen Lichtgott Mithras mit Teilen der Ausstattung entdeckt. Die Funde konnten an Ort und Stelle erhalten werden.

Trier wurde um 17 vor Christus als Augusta Treverorum gegründet. In diesem Jahr stehen die antiken Monumente besonders im Fokus: Vor 40 Jahren wurden die römischen Denkmale, der Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche in Trier zum Unesco-Welterbe ernannt. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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