Zwei Todesfälle in Trier: Uni ringt um Halt und Antworten
- Viele tragen sich in Kondolenzbücher ein.
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Trier. Zwei gewaltsame Todesfälle erschüttern aktuell das Leben an der Universität Trier. Die Taten in Trier haben viele Studierende verunsichert, Trauer ausgelöst und zu einer starken Nachfrage nach Hilfe und Gedenken geführt.
An mehreren Orten in Trier, an der Universität und im Bürgeramt liegen Kondolenzbücher aus. Daneben stehen Kerzen, weiße Lilien und weiße Rosen. Viele Menschen tragen sich ein, um an einen 22 Jahre alten Studenten und eine 29 Jahre alte Studentin zu erinnern, die innerhalb weniger Tage gewaltsam ums Leben kamen.
Wichtig ist dabei: Beide Fälle stehen nach bisherigen Erkenntnissen nicht in Zusammenhang. Die gemeinsame Klammer ist, dass beide Opfer an der Universität Trier studierten.
Ermittlungen in beiden Fällen laufen weiter
Der 22 Jahre alte Student aus Landstuhl wurde am 15. Juli nahe des Universitätsgeländes erstochen. Tatverdächtig ist ein 22 Jahre alter Mann aus Afghanistan. Nach bisherigen Angaben soll er den Studenten auf offener Straße angegriffen und tödlich verletzt haben. Täter und Opfer kannten sich demnach nicht.
Am Sonntag, 19. Juli, wurde eine 29-Jährige tot in ihrer Wohnung in Trier gefunden. Laut Polizei deuten die Verletzungen ebenfalls auf ein Tötungsdelikt hin. Die Sonderkommission „Nordallee“ arbeitet laut Polizei mit Hochdruck an der Aufklärung. Weitere Angaben machen die Ermittler aus taktischen Gründen bislang nicht.
Warum die Uni-Gemeinschaft so stark betroffen ist
Nach Einschätzung von Wolfgang Lutz, Leiter der Psychotherapieambulanz an der Uni Trier, waren beide Todesfälle für viele Studierende ein Schock. Im Fall des 22-Jährigen komme hinzu, dass die Tat am helllichten Tag und in der Nähe der Universität geschah. Das habe in der Hochschulgemeinschaft auch Unsicherheit ausgelöst.
Nach Angaben des Professors kam es bei manchen Studierenden zu Ängsten sowie zu Schlaf- und Konzentrationsproblemen. Deshalb seien auch Unterstützungsangebote nachgefragt worden. Wie stark solche Ereignisse Menschen belasten, hängt laut Lutz unter anderem davon ab, wie nah sie den Opfern standen, ob sie vor Ort waren und welche psychischen Ressourcen sie mitbringen.
Gedenken in Trier und Landstuhl
Die Trauer ist nicht nur auf dem Campus spürbar. Auch am Ort des tödlichen Angriffs auf dem Petrisberg wurden Blumen und Kerzen niedergelegt. In einem Brief steht dort: „Wir vermissen Dich sehr.“ In Landstuhl haben sich bereits Hunderte Menschen in ein Kondolenzbuch im Rathaus eingetragen.
An der Universität hatte es in der vergangenen Woche bereits eine Gedenkveranstaltung für den getöteten 22-Jährigen gegeben. Für die Studentin ist für Donnerstag, 23. Juli, eine weitere Gedenkveranstaltung geplant.
Seelsorger berichten von Verunsicherung
Ein Notfallseelsorger, der nach dem tödlichen Messerangriff auf dem Petrisberg im Einsatz war, berichtet von Augenzeugen, die betreut werden mussten. Die Erfahrung, dass eine solche Tat in unmittelbarer Nähe zur Universität geschehen konnte, beschäftigt viele Menschen in Trier bis heute.
Auch Pater Aloys Hülskamp, ebenfalls Notfallseelsorger, beschreibt die Stimmung unter Studierenden als besonders bedrückend. Viele fragten sich, warum so etwas geschehen konnte. Hinzu komme das Gefühl, dass der Angriff nahe des Uni-Geländes grundsätzlich jeden hätte treffen können.
Die Verarbeitung solcher Erlebnisse brauche Zeit. Gerade für junge Menschen, die mit Tod oft noch wenig Berührung hätten, könne ein solcher Schock das Sicherheitsgefühl tief erschüttern. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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