Ungewöhnlicher Vorfall in Hamburg-Altona: Wie kam der Wolf mitten in die Stadt?

Ein Wolf verletzt eine Frau in der Hamburger Einkaufsmeile Große Bergstraße. (Symbolbild) | Foto: dpa
  • Ein Wolf verletzt eine Frau in der Hamburger Einkaufsmeile Große Bergstraße. (Symbolbild)
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Hamburg. Nach der mutmaßlichen Wolfsattacke auf eine Frau in Hamburg versuchen Experten zu erklären, wie es zu dem ungewöhnlichen Vorfall kommen konnte. Ein Wildtierfachmann geht davon aus, dass das Tier in einer Ausnahmesituation reagierte.

Am Montagabend, 30. März, war in einer belebten Einkaufsstraße im Stadtteil Altona eine Frau mutmaßlich von einem Wolf gebissen worden. Nach Angaben von Behörden wäre es der erste Angriff eines Wolfs auf einen Menschen in Deutschland seit der Rückkehr der Tiere.

Experte vermutet Panikreaktion

Der Wildtierexperte Raoul Schwarze vom Alternativen Wolf und Bärenpark Schwarzwald sieht den Vorfall nicht als typisches Verhalten eines Wolfs. Nach seiner Einschätzung könnte das Tier in Panik geraten sein.

„Es verteidigt sich, wenn sich Menschen ihm in einer solchen Lage zu sehr nähern. Das ist ein normaler Instinkt“, sagte Schwarze. Ein solcher Vorfall sei nicht mit der Situation der wenigen sesshaften Wölfe im Südwesten zu vergleichen. In Baden Württemberg leben derzeit vier Tiere dauerhaft.

Wäre ein Wolf etwa auf der Hornisgrinde im Schwarzwald gezielt auf einen Spaziergänger losgegangen, wäre das nach Einschätzung des Experten deutlich besorgniserregender.

Fragen zum Weg des Wolfs nach Hamburg

Nun müsse vor allem geklärt werden, wie das Tier überhaupt bis an die Alster gelangen konnte. Entscheidend sei, den Weg des Wolfs aus seinem Rudel nachzuvollziehen.

Nach Ansicht von Schwarze geht es um mehrere offene Punkte.

  • Wie das Tier bis in die Großstadt gelangte
  • Warum es die Nähe zu Menschen suchte
  • Warum nach früheren Sichtungen nicht früher reagiert wurde

Der Experte fordert deshalb ein genaueres Wolfsmanagement für solche Situationen.

Wölfe seit Jahrzehnten wieder in Deutschland

Der Wolfsfachmann Klaus Hackländer von der Deutschen Wildtierstiftung hält es nach den bisherigen Informationen für realistisch, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelte. Wegen der gestiegenen Zahl der Tiere sei es grundsätzlich möglich, dass einzelne Wölfe auch Siedlungen oder Städte erreichen.

Rund 150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Erst nach dem Mauerfall wanderten Tiere über Polen wieder ein. Seitdem breiten sich Wölfe in mehreren Bundesländern aus. dpa/red

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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