Tötungsdelikt in Memmingen: Vermisster 14‑Jähriger tot

Der Verdächtige wurde laut Polizei von mehreren Kugeln getroffen und starb später in einem Krankenhaus. | Foto: Stein/swd-medien/dpa
  • Der Verdächtige wurde laut Polizei von mehreren Kugeln getroffen und starb später in einem Krankenhaus.
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Memmingen. Der seit Samstag, 2. Mai, vermisste 14‑Jährige aus Memmingen ist tot. Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus. Der tatverdächtige Mann starb später nach einem Schusswaffeneinsatz der Polizei.

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wurde die Leiche des Jugendlichen in einem leerstehenden Gebäude in der Nähe des Bahnhofs gefunden. Eine Obduktion bestätigte eine Gewalteinwirkung. Weitere Details zu den Hintergründen nannten die Ermittler wegen der laufenden Untersuchungen zunächst nicht.

Verdächtiger in Gebäude entdeckt

Am Fundort der Leiche entdeckten Polizisten einen 37 Jahre alten Mann. Er soll sich in einem Schrank versteckt haben. Als die Beamten ihn antrafen, griff er sie laut Polizei mit einem Messer an und flüchtete. Am Abend ging bei der Polizei ein Hinweis ein, dass sich der Mann möglicherweise in der Nähe des Hallenbades aufhält. Zivil gekleidete Beamte trafen ihn dort auf einer Treppe sitzend an. Als der 37‑Jährige die Personen bemerkte, versuchte er erneut zu fliehen.

Angriff mit Messer auf Polizisten

Während der Verfolgung gaben sich die Beamten als Polizisten zu erkennen. Nach Angaben der Ermittler drehte sich der Mann plötzlich um und ging mit einem Messer auf sie zu. Trotz mehrfacher Aufforderung legte er die Waffe nicht ab.

Die Beamten schossen wegen der unmittelbaren Gefahr auf den Mann. Er wurde mehrfach getroffen. Laut Polizei hielt er das Messer zunächst weiter fest und konnte erst von einem Beamten mit Schutzschild entwaffnet werden. Der 37‑Jährige wurde medizinisch versorgt und starb später im Krankenhaus. Polizisten und Zeugen blieben unverletzt.

Verdächtiger war geduldeter Asylbewerber

Bei dem getöteten Tatverdächtigen handelt es sich laut Regierung von Schwaben um einen abgelehnten Asylbewerber mit ungeklärter Identität, der in Deutschland geduldet war. Nach ersten Ermittlungen wurde der Mann im von Israel besetzten Westjordanland geboren. Seine Staatsangehörigkeit ist unklar. Der 37‑Jährige war nach Angaben der Staatsanwaltschaft Memmingen bereits zweimal zu Geldstrafen verurteilt worden. In diesem Jahr wegen unerlaubten Aufenthalts ohne Pass. Im Jahr 2021 wegen Sachbeschädigung.

Ermittlungen zum Polizeieinsatz

Das Bayerische Landeskriminalamt prüft gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft den Schusswaffeneinsatz der Polizei. Auch der Leichnam des Verdächtigen soll obduziert werden. Memmingens Oberbürgermeister Jan Rothenbacher zeigte sich erschüttert. „Es ist unfassbar, was in den vergangenen Tagen passiert ist“, sagte der SPD‑Politiker. Die Gedanken der Stadt seien bei der Familie des getöteten Jugendlichen. Für verunsicherte Eltern und Familien stehe kurzfristig die Erziehungsberatungsstelle der Stadt als Ansprechpartner bereit. dpa/red

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Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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