Private Suche in Wutachschlucht: Polizei warnt vor Risiken
- Noch immer suchen private Gruppen nach der jungen Frau.
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Wutachschlucht. Wer auf eigene Faust nach der vermissten Scarlett Salice sucht, sollte Funde nicht anfassen und sich nicht in Gefahr bringen, warnt die Polizei in der Wutach- und Wehraschlucht. Seit sechs Jahren wird in dem steilen und schwer zugänglichen Gelände nach der jungen Frau aus Bad Lippspringe gesucht.
Die Polizei bewertet private Suchinitiativen zwiespältig. Das Engagement von Helfern sei grundsätzlich lobenswert, sagte ein Polizeisprecher. Zugleich könnten Laien-Suchen die Spurensicherung erschweren und für die Beteiligten gefährlich werden.
Warum private Suchen problematisch sein können
Bei behördlichen Suchaktionen sei nahezu lückenlos nachvollziehbar, wer sich wo aufgehalten habe. Dafür nutzten Einsatzkräfte etwa GPS-Tracker oder genaue Positionsprotokolle. Wenn ein Gegenstand gefunden werde, halte die gesamte Kette an, bis die Kriminaltechnik die mögliche Spur gesichert habe.
Bei privaten Aktionen sei diese Kontrolle kaum möglich. Schon das Anfassen eines Fundstücks mit bloßer Hand könne die sogenannte Spurenhygiene beeinflussen. In der Wutach- und Wehraschlucht komme hinzu, dass das Gelände unwegsam und teils steil sei. Die Polizei ziehe dort in der Regel Bergwacht-Experten oder kletterspezialisierte Kollegen hinzu. „Bei privaten Aktionen besteht die Gefahr, dass sich Menschen selbst gefährden“, sagte der Sprecher.
- Fundstücke nicht anfassen: Mögliche Spuren können sonst verändert werden.
- Gefährliches Gelände meiden: In Schluchten und Steilhängen besteht Sturzgefahr.
- Polizei informieren: Verdächtige Funde sollten den Ermittlern gemeldet werden.
Reißverschluss könnte neue Suche auslösen
Zuletzt hatten private Helfer einen Reißverschluss gefunden. Sollte er sich als konkrete Spur erweisen, wäre eine mögliche Aufklärung nach Einschätzung der Polizei womöglich einem Zufallsfund privater Suche zu verdanken.
Nach Angaben des Sprechers gab es seit dem Verschwinden mehrere große Suchaktionen, vor allem in der Anfangsphase. Die letzte größere Suche fand im Jahr 2022 statt. Sollte sich der Reißverschluss Scarlett Salice zuordnen lassen, will die Polizei das Gebiet erneut genauer untersuchen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |