Polizeieinsatz in Stuttgart: Drei Festnahmen bei Friedens-Demo
- Gegen die Rede der BSW-Rednerin gab es Sprechchöre, die Polizei zeigte Präsenz an der Bühne.
- Foto: Marc Zeilhofer/dpa
- hochgeladen von dpa content
Stuttgart. Für Besucherinnen und Besucher der Friedensdemonstration auf dem Schlossplatz endete die Kundgebung nach einem Polizeieinsatz friedlich. Bei einer Rede der BSW-Politikerin Sevim Dagdelen waren drei Menschen festgenommen worden.
Dagdelen, ehemalige Bundestagsabgeordnete und Mitglied des BSW-Bundesvorstands, wurde während ihrer Rede zunächst durch Sprechchöre und Buhrufe gestört. Ein vermummter Mann betrat anschließend die Bühne und ging auf die Politikerin zu. Polizeikräfte schritten ein und nahmen ihn fest.
Polizei setzt Pfefferspray und Schlagstock ein
Nach Angaben der Polizei solidarisierten sich weitere Vermummte mit dem Festgenommenen. Die Einsatzkräfte drängten die Gruppe zurück und setzten dabei Pfefferspray und Schlagstock ein. Insgesamt registrierte die Polizei im Zusammenhang mit den Störungen drei Festnahmen. Zu den Hintergründen wird ermittelt.
Dagdelen sagte der „Stuttgarter Zeitung“, die Situation habe bedrohlich gewirkt. Nach dem Zwischenfall verlief die Kundgebung laut Polizei ohne weitere Störungen.
Unterschiedliche Angaben zur Teilnehmerzahl
Tausende Menschen demonstrierten nach Polizeiangaben unter dem Motto „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg!“. Die Veranstalter nannten in einer Pressemitteilung 15.000 Teilnehmende, angemeldet waren rund 10.000. Ein dpa-Reporter schätzte die Zahl der Menschen auf dem Schlossplatz auf den unteren bis mittleren Tausenderbereich.
Gefordert wurden unter anderem ein Ende von Waffenlieferungen und Wirtschaftssanktionen sowie höhere Sozialausgaben. Das Bündnis hinter der Demonstration verlangte außerdem die Schließung aller US-Militärstützpunkte in Deutschland und den Abzug der US-Atomwaffen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |