Polizeieinsatz in Heidenheim nach Hack‑Hakenkreuz bei AfD‑Parteitag
- Die AfD-Delegierten zeigten sich nicht begeistert von der Überraschung.
- Foto: Stefan Puchner/dpa
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Heidenheim. Eine provokante Protestaktion beim AfD‑Landesparteitag in Heidenheim hat einen Polizeieinsatz ausgelöst. Aktivisten formten im Frühstücksraum eines Hotels ein Hakenkreuz aus veganem Hackfleisch und platzierten es am Büfett. Die Polizei ermittelt gegen einen 40 Jahre alten Mann.
Zu der Aktion bekannten sich Aktivisten aus dem Umfeld des Zentrums für Politische Schönheit. Rund um das aus Fleischersatz geformte Symbol legten sie den Schriftzug „Vorsicht vor der NSAFD“. Die Wortschöpfung verbindet die historische NSDAP mit dem Namen der AfD.
Polizei ermittelt wegen verbotenen Symbols
Nach Angaben der Polizei hatte sich der Mann im Hotel am Congress Centrum einquartiert. Dort übernachteten auch zahlreiche Delegierte des Parteitags. Am Morgen stellte er ein „hakenkreuzförmiges Gebilde aus Hackfleisch“ auf das Frühstücksbüfett.
Die Ermittler prüfen nun den Verdacht des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Das Hakenkreuz ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Die Aktivisten argumentieren dagegen, der begleitende Schriftzug habe die Aktion eindeutig als kritische politische Botschaft eingeordnet.
Aktion mit veganem Hack und Gurken
Nach Angaben der Beteiligten bestand das Arrangement aus etwa 1,2 Kilogramm veganem Hackfleisch. Ergänzt wurde es mit Zwiebeln und Gewürzgurken. Der federführende Aktivist bezeichnete die Aktion als „künstlerische Intervention“, die zum Nachdenken anregen solle.
Während der Aktion seien Beteiligte teilweise von AfD‑Politikern bedroht worden. Unabhängig davon bestätigte die Polizei den Vorfall und leitete Ermittlungen ein.
Empörung bei der AfD
Die Parteiführung reagierte verärgert. Der baden‑württembergische AfD‑Landesvorsitzende Emil Sänze sprach auf dem Parteitag von einer Provokation. Nach seinen Worten sei es zudem problematisch, wenn Hackfleisch zwischen andere Speisen gelegt werde. Man wisse nicht, ob Lebensmittel verunreinigt sein könnten.
Sänze bezeichnete die Aktion später als „infantil, blöd, dumm“. Am Wochenende waren rund 400 Delegierte zum AfD‑Landesparteitag in Heidenheim zusammengekommen. Dabei bestätigten sie Sänze und Markus Frohnmaier als Landesvorsitzende.
Rund um die Veranstaltung kamen nach Schätzung der Polizei etwa 500 Menschen zu Demonstrationen zusammen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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