Nach Urteil und Protesten: Jetzt tauchen Steckbriefe des Täters in Freiburg auf
- Der Mann wurde Anfang März zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. (Symbolbild)
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Freiburg. In der Affäre um heimlich gefilmte Frauen durch einen früheren Mitarbeiter der Universität Freiburg sind in der Stadt plötzlich Plakate mit persönlichen Daten des Mannes aufgetaucht. Die Polizei prüft nun, ob dadurch selbst eine Straftat vorliegt.
Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden die Plakate am Freitag, 27. März, gemeldet. Darauf zu sehen waren unter anderem ein Foto, das Alter und der Name des Mannes. Einsatzkräfte kontrollierten die Aushänge und entfernten sie anschließend. Wer die Plakate angebracht hat, ist bislang unklar.
Der Betroffene selbst stellte bisher keinen Strafantrag. Trotzdem prüfen Ermittler, ob durch die Veröffentlichung der persönlichen Daten ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt.
Heimliche Aufnahmen über Jahre
Der ehemalige Uni Mitarbeiter hatte über mehrere Jahre unbemerkt Frauen in intimen Situationen gefilmt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft entstanden Aufnahmen etwa in einer Wohngemeinschaft, in der er Zimmer an Frauen vermietete, sowie bei einer Tagung mit damaligen Kolleginnen.
Nach Angaben der Universität Freiburg wurden weitere Taten später bekannt. Demnach soll der Mann auch in Sanitärräumen der Hochschule und in Beratungssituationen gefilmt haben. Von diesen Vorfällen habe die Universität erst während der Gerichtsverhandlung erfahren.
Urteil löst Proteste aus
Das Amtsgericht Freiburg verurteilte den Mann Anfang März zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Die Staatsanwaltschaft hält das Strafmaß für zu niedrig und legte Berufung ein. Sie hatte eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren gefordert.
Der Fall sorgt seit Wochen für große Aufmerksamkeit in der Stadt. Nach dem Urteil kam es zu mehreren Demonstrationen.
Zudem meldeten sich laut Polizei zahlreiche Frauen, die vermuten, selbst betroffen zu sein oder wissen möchten, ob sie auf den Aufnahmen zu sehen sind. Alle Hinweise werden derzeit geprüft. Die Ermittler sprechen wegen der vielen möglichen Betroffenen von einem besonders komplexen Verfahren. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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