Nach Schüssen in Prüm: Verdächtiger in Psychiatrie
- Der Schütze kommt einstweilig in eine psychiatrische Klinik für Straftäter
- Foto: Kevin Schößler/dpa
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Prüm. Nach den Schüssen auf Polizisten in der Eifelstadt ist der mutmaßliche Täter vorläufig in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik untergebracht worden. Das entschied ein Ermittlungsrichter am Amtsgericht Trier. Darauf weist die Staatsanwaltschaft hin.
Bei dem 25 Jahre alten Mann gibt es Hinweise auf eine psychiatrische Erkrankung. Nach Angaben der Ermittler könnte seine Schuldfähigkeit zur Tatzeit eingeschränkt gewesen sein. Gegen ihn wird wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung ermittelt.
Schüsse nach Gerangel bei Polizeikontrolle
Der Mann war am Dienstagabend, 7. April, nach einem Großeinsatz in Prüm festgenommen worden. Laut Staatsanwaltschaft soll er bei einer Polizeikontrolle mehrere Schüsse auf Beamte abgegeben haben.
Nach bisherigen Erkenntnissen riss der Tatverdächtige während eines Gerangels die Dienstwaffe aus dem Holster eines Polizisten. Wie genau ihm das gelang, ist noch unklar. Nach Angaben der Polizei gibt es am Holster eine Sicherung, die ein einfaches Herausziehen verhindern soll.
Polizistin am Oberschenkel verletzt
Die Beamten wollten den Mann zuvor im Kurpark festhalten. Zuvor soll er in einer Arztpraxis randaliert haben. Als mehrere Polizisten versuchten, ihn zu Boden zu bringen, kam es zu einem Nahkampf. In diesem Moment griff der 25-Jährige nach der Dienstwaffe.
Mit der Waffe schoss er laut Polizei unmittelbar in Richtung der Beamten. Eine Polizistin wurde dabei am Oberschenkel getroffen und verletzt. Sie wurde im Krankenhaus operiert. Lebensgefahr besteht nach Angaben der Polizei nicht.
Ein weiterer Beamter erlitt durch die Schüsse in unmittelbarer Nähe ein Knalltrauma und wurde ebenfalls leicht verletzt.
Fahndung mit rund 300 Einsatzkräften
Nach den Schüssen flüchtete der Verdächtige in ein angrenzendes Waldgebiet. Im Rahmen einer groß angelegten Fahndung wurde er später festgenommen. Nach Polizeiangaben leistete er dabei keinen Widerstand.
Rund 300 Einsatzkräfte waren an der Suche beteiligt. Die Ermittlungen zum genauen Ablauf des Vorfalls dauern weiter an. Besonders im Fokus steht die Frage, wie der Mann an die Dienstwaffe gelangen konnte. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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