Mordurteil nach Raser-Crash in Ludwigsburg: Lebenslang
- Der Unfallverursacher wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
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Ludwigsburg. Illegale Autorennen können in Deutschland mit lebenslanger Haft enden. Nach einem tödlichen Crash in der Innenstadt hat das Landgericht Stuttgart den Hauptfahrer wegen Mordes verurteilt.
Etwas mehr als ein Jahr nach dem Unfall mit zwei getöteten Frauen muss der Mann dauerhaft ins Gefängnis. Sein Bruder erhielt wegen versuchten Mordes eine Haftstrafe von 13 Jahren. Beide hatten sich nach Überzeugung des Gerichts ein illegales Rennen geliefert.
Rennen durch die Innenstadt
Angeklagt waren zwei Brüder im Alter von 33 und 35 Jahren sowie ihr 26 Jahre alter Cousin. Nach den Feststellungen des Gerichts verabredeten sie sich am Abend des 20. März zu einem Rennen durch die Ludwigsburger Innenstadt.
Die Männer fuhren durch eine Bahnhofsunterführung. Sie bremsten, stimmten sich ab und beschleunigten erneut. Teile der Strecke lagen in einer Tempo 50 Zone. Während der Fahrt filmten sie sich und feuerten sich gegenseitig an.
Schließlich raste der jüngere Bruder mit mehr als 130 Kilometern pro Stunde in das Auto von zwei Frauen im Alter von 22 und 23 Jahren. Die beiden hatten gerade eine Tankstelle verlassen. Sie starben noch am Unfallort.
Gericht folgt der Staatsanwaltschaft
Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft erkannte der Fahrer kurz vor dem Aufprall die lebensgefährliche Situation. Trotzdem habe er noch einmal Vollgas gegeben und den Tod anderer billigend in Kauf genommen. Das Gericht folgte dieser Argumentation und wertete die Tat als Mord.
Die Verteidiger hatten dagegen auf fahrlässige Tötung plädiert. Die Angeklagten räumten teilweise Verantwortung ein, bestritten jedoch, bewusst Menschen gefährdet zu haben.
Illegale Rennen bleiben ein Problem
Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2017 sind illegale Autorennen in Deutschland ein eigener Straftatbestand. Bei schweren Folgen drohen lange Haftstrafen. In besonders gravierenden Fällen kann ein Gericht auch wegen Mordes urteilen.
Die Polizei registriert weiterhin zahlreiche Fälle. In Baden Württemberg wurden im Jahr 2024 insgesamt 433 illegale Rennen erfasst. Im ersten Halbjahr wurden bereits 293 Fälle gezählt.
- 433 registrierte Rennen im Jahr 2024 in Baden Württemberg
- 293 Fälle bereits im ersten Halbjahr des Folgejahres
Die Zahlen zeigen, dass riskante Rennen im Straßenverkehr trotz strengerer Gesetze ein anhaltendes Sicherheitsproblem bleiben. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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