Missbrauchsprozess in Stuttgart: Ehemaliger Tagesvater legt Geständnis ab

Der Angeklagte kam mit verdecktem Gesicht in den Gerichtssaal.  | Foto: David Nau/dpa
  • Der Angeklagte kam mit verdecktem Gesicht in den Gerichtssaal.
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Stuttgart. Ein Missbrauchsprozess gegen einen früheren Tagesvater erschüttert derzeit Familien im Rems-Murr-Kreis. Vor dem Landgericht Stuttgart muss sich ein 53 Jahre alter Mann verantworten, der ihm anvertraute Kinder über Jahre hinweg sexuell missbraucht haben soll. Der Angeklagte räumte die Vorwürfe zu Prozessbeginn vollständig ein.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft betrieb der Mann bis zu seiner Festnahme im Oktober eine Kindertagesstätte und betreute dort zuletzt acht Kinder. Teilweise kümmerte er sich auch nachts und an Wochenenden um die Mädchen und Jungen. Mit einigen Kindern soll er sogar in den Urlaub gefahren sein.

Opfer waren zwischen 0 und 12 Jahre alt

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Angeklagte seit 2020 in zahlreichen Fällen sexuelle Handlungen an oder vor den betreuten Kindern vorgenommen hat. Zudem soll er die Mädchen und Jungen zu sexuellen Handlungen an ihm aufgefordert haben. Die Opfer waren laut Staatsanwaltschaft zwischen 0 und 12 Jahre alt. In vielen Fällen handelte es sich um Kleinkinder.

Nach der Anklage umfasst das Verfahren insgesamt 45 Fälle. Dem Mann wird unter anderem vorgeworfen

  • schweren sexuellen Missbrauch von Kindern begangen zu haben
  • Schutzbefohlene missbraucht zu haben
  • Darstellungen von Kindesmissbrauch erstellt, besessen und verbreitet zu haben

Zudem soll der 53 Jährige nicht verhindert haben, dass sein eigener Sohn mehrere der betreuten Kinder ebenfalls missbrauchte. Gegen den Sohn wird laut Staatsanwaltschaft in einem getrennten Verfahren ermittelt.

Angeklagter gesteht vor Gericht

Vor dem Landgericht Stuttgart erklärte der Mann zu den Vorwürfen: „Alles, was mir vorgeworfen wird, stimmt.“ Das Leid, das er den Kindern zugefügt habe, könne er nicht mehr wiedergutmachen.

Die Ermittler kamen dem Verdächtigen nach früheren Angaben durch Hinweise bayerischer Strafverfolgungsbehörden auf die Spur. Ausgangspunkt waren Ermittlungen in einem sogenannten Peer to Peer Netzwerk. Dort werden Dateien über das Internet ausgetauscht, auch Darstellungen von Kindesmissbrauch.

Das Landgericht Stuttgart hat für das Verfahren insgesamt neun Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte Mitte Juli fallen. dpa/red

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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