Missbrauchsprozess in Ellwangen: Therapeut weist Vorwürfe zurück

Es ist bereits das zweite Verfahren gegen den 54-Jährigen. | Foto: Stefan Puchner/dpa
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Ellwangen. Vor dem Landgericht Ellwangen steht ein Physiotherapeut wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe auf eine Patientin. Der 54 Jahre alte Angeklagte bestreitet die Vorwürfe entschieden und zeigte sich zum Prozessauftakt erschüttert über die Anschuldigungen.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll der Therapeut eine Frau während mehrerer Behandlungstermine intim berührt haben. Laut Anklage soll er außerdem mit den Fingern in sie eingedrungen sein und Oralverkehr an ihr vorgenommen haben. Der Vorsitzende Richter machte zu Beginn der Verhandlung deutlich, dass damit auch der Tatbestand einer Vergewaltigung im Raum stehen könnte.

Der Angeklagte arbeitet nach eigenen Angaben vor allem als Kindertherapeut in Bad Mergentheim im Main Tauber Kreis. Mit erwachsenen Patienten habe er nur selten zu tun. Die Frau sei während der Behandlung ihres Säuglings selbst wegen Schmerzen in Beinen und Rücken auf ihn zugekommen. Beschwerden nach einer Geburt seien nicht ungewöhnlich. Sie habe darauf bestanden, ebenfalls behandelt zu werden.

Angeklagter schildert Ablauf der Behandlung

Gemeinsam mit seiner Verteidigerin schilderte der 54 Jährige ausführlich den Ablauf der Therapiesitzungen. Er bestritt, die Patientin an den Brüsten berührt oder sich sonst an ihr vergangen zu haben. Die Behandlung sei ausschließlich professionell gewesen, erklärte die Anwältin.

Auf Nachfrage des Gerichts räumte der Angeklagte ein, dass einige Termine am Abend stattgefunden hätten. Teilweise habe die Patientin dabei keine Unterhose getragen. Die Frau sagte am ersten Verhandlungstag als Nebenklägerin unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Bereits früheres Verfahren gegen den Therapeuten

Für den Physiotherapeuten ist es nicht das erste Verfahren. Das Amtsgericht Bad Mergentheim hatte ihn vor gut einem Jahr in einem ähnlichen Fall zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Das Landgericht Ellwangen befasst sich damit ebenfalls in einem Berufungsverfahren.

Die jetzige Nebenklägerin war in dem früheren Verfahren als Zeugin aufgetreten. Auf Grundlage dieser Aussagen erhob die Staatsanwaltschaft schließlich Anklage in dem aktuellen Prozess. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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