Großevakuierung in Pforzheim: 30.000 wegen Weltkriegsbombe raus
- Rund 1.500 Einsatzkräfte helfen bei der Evakuierung.
- Foto: Marius Bulling/dpa
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Pforzheim. Rund 30.000 Menschen mussten am Sonntag, 17. Mai, in Pforzheim ihre Wohnungen verlassen. Grund ist eine große Weltkriegsbombe, die bei Bauarbeiten entdeckt wurde. Erst nach der Evakuierung kann der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der Entschärfung beginnen.
Nach Angaben der Stadt haben zwischen etwa 27.000 und 30.000 Bewohner den Sperrbereich am Morgen verlassen. Die Räumung sei weitgehend abgeschlossen, sagte ein Stadtsprecher. Rund 1.500 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz sichern die Aktion.
Die Bombe wurde bei Bauarbeiten für einen Quartierspark in der Oststadt an der Ecke Dammstraße und Stückelhäldenstraße gefunden. Es handelt sich um eine britische Bombe vom Typ HC 4000. Allein die Explosivstoffmasse beträgt etwa 1,35 Tonnen. Der Sicherheitsradius rund um die Fundstelle liegt bei etwa 1,5 Kilometern.
Entschärfung durch Spezialisten
Ein Team von fünf Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes steht bereit. Wann genau die Entschärfung abgeschlossen sein wird, ist noch offen. Nach Angaben der Stadt kann sich der Einsatz bis in den Abend ziehen.
Der Bombenentschärfer Mathias Peterle erklärte gegenüber dem SWR, dass eine Bombe dieser Größe zwar ungewöhnlich sei. Die Zünder seien den Experten jedoch vertraut. „Jeder von uns hat die schon zigmal ausgebaut. Von daher ist es nichts Neues und nichts, was uns in Unruhe versetzen würde.“
Die Stadt betont, dass aktuell keine akute Gefahr für die Bevölkerung besteht. Oberbürgermeister Peter Boch erklärte, Pforzheim stehe vor einer außergewöhnlichen Herausforderung. Die Einsatzkräfte arbeiteten jedoch mit hoher Professionalität.
Einschränkungen bei Bahn und ÖPNV
Die Evakuierung hat auch Folgen für den Verkehr in der Stadt. Besonders betroffen ist der öffentliche Nahverkehr und der Bahnverkehr in Richtung Karlsruhe und Stuttgart.
- Bahnverbindungen Richtung Karlsruhe und Stuttgart stark eingeschränkt
- Teile des ÖPNV fallen aus
- Innenstadtbereiche im Sperrkreis nicht erreichbar
- Autobahnverkehr nicht betroffen
Das Helios Klinikum liegt außerhalb des Sperrbereichs und kann weiter arbeiten. Die Stadt informiert laufend über ihre Internetseite und soziale Medien über den Stand der Entschärfung.
Erinnerung an das Bombardement 1945
Pforzheim wurde im Zweiten Weltkrieg besonders schwer zerstört. Am 23. Februar 1945 bombardierte die Royal Air Force die Stadt. Innerhalb von nur 22 Minuten wurde sie weitgehend zerstört. Rund 18.000 Menschen verloren damals ihr Leben.
Jedes Jahr erinnert Pforzheim am Jahrestag an die Opfer. Während der 22 Minuten des damaligen Angriffs läuten ab 19.50 Uhr die Kirchenglocken der Stadt. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |