Großeinsatz in Rottweil: Pikrinsäure in Klinikapotheke gefunden
- In einer Klinikapotheke ist ein Gefahrstoff gefunden worden.
- Foto: Silas Stein/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Rottweil. Für Patienten und Besucher der Helios Klinik bestand nach Angaben des Hauses keine große Gefahr, nachdem in der Klinikapotheke ein Fläschchen mit Pikrinsäure entdeckt worden war.
Eine Mitarbeiterin fand den Behälter eher zufällig. Die Klinik erklärte, es habe sich nur um eine kleine Menge gehandelt. Vorsorglich wurden die Klinikapotheke und der umliegende Garten geräumt. Kampfmittelspezialisten prüften den Fund und machten ihn unschädlich.
Warum der Stoff als heikel gilt
Pikrinsäure wurde früher in Apotheken als Prüfmittel genutzt, um die Echtheit von Wirkstoffen nachzuweisen. Nach Angaben der Klinik unterliegt die Substanz nicht der Inventur. Deshalb muss nicht regelmäßig kontrolliert werden, ob noch Bestände vorhanden sind.
Gefährlich wird Pikrinsäure nach Angaben der Landesfeuerwehrschule vor allem dann, wenn sie austrocknet. Dann gilt sie als Sprengstoff und reagiert empfindlich auf Reibung, Erwärmung und Schlag. Aus Sicherheitsgründen sollten solche Behälter nicht geöffnet werden.
Wie Pikrinsäure normalerweise gelagert wird
Üblicherweise wird der Stoff mit Wasser aufbewahrt. Dann ist er nicht explosionsgefährlich, aber weiterhin leicht entzündlich und giftig. Die Landesfeuerwehrschule weist darauf hin, dass Pikrinsäure beim Einatmen, Verschlucken und bei Hautkontakt gesundheitsschädlich ist. Schon bei Kleinstmengen sind Schutzbrille und Handschuhe nötig.
Auch in Schulen kam Pikrinsäure früher im Chemieunterricht zum Einsatz. Restbestände sollten in Baden-Württemberg bereits vor Jahren aus Chemikalienlagern entfernt werden.
Ähnliche Funde führen immer wieder zu Einsätzen
Auch an anderen Orten haben Funde von Pikrinsäure zuletzt Feuerwehreinsätze ausgelöst, darunter in Rödersheim-Gronau in Rheinland-Pfalz, in Paderborn und in Briesen. In Freiburg wurde im April eine verdächtige Substanz in einem Wohnhauskeller kontrolliert gesprengt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |