Gefahrstoffaustritt in Dannenberg: Feuerwehr stundenlang im Einsatz
- Gefahrstoffaustritt bei einem Industrieunternehmen in Dannenberg: Rund 16 Tonnen eines chemischen Stoffes liefen aus, etwa 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen waren stundenlang im Großeinsatz.
- Foto: Kreisfeuerwehrverband Lüchow-Dannenberg e.V.
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Dannenberg. Am Sonntag, 19. Juli, kam es gegen 22.30 Uhr auf dem Gelände eines Industrieunternehmens in Dannenberg zu einem Großeinsatz wegen eines Gefahrstoffaustritts. Zunächst war ein Feueralarm im Tanklager gemeldet worden. Bei der Erkundung zeigte sich dann aber, dass kein Brand vorlag, sondern ein chemischer Stoff in größerem Umfang ausgetreten war.
Nach ersten Erkenntnissen liefen rund 16 Tonnen einer Substanz aus einem Tank aus. Die Feuerwehr stimmte das Vorgehen gemeinsam mit Fachpersonal des Unternehmens und dem Werksicherheitsbeauftragten ab. Im Mittelpunkt standen von Beginn an der Schutz der Einsatzkräfte und das Verhindern einer weiteren Ausbreitung. Wie der Kreisfeuerwehrverband Lüchow-Dannenberg e.V. mitteilt, wurde die Alarmstufe zunächst auf B2 und kurz darauf auf ABC 2 erhöht. Daraufhin rückten zahlreiche weitere Kräfte an, darunter mehrere Ortsfeuerwehren aus der Samtgemeinde Elbtalaue, der Gerätewagen Gefahrgut, Dekontaminationseinheiten, der Gefahrstoffzug, die Führungsstaffel, das Deutsche Rote Kreuz und später auch spezialisierte ABC-Einheiten aus dem Landkreis Lüneburg.
In der Nacht bereiteten die Einsatzkräfte spezielle Auffangbehälter vor und pumpten den ausgetretenen Stoff unter schwerem Chemikalienschutz um. Mehrere Trupps arbeiteten in Chemikalienschutzanzügen, während andere Kräfte den Brandschutz sicherstellten und unterstützten. Das zähflüssige Medium erschwerte die Arbeiten erheblich. Zwar konnten mehrere Kubikmeter umgefüllt werden, zusätzlich wurde aber eine Leckage am unteren Bereich des Containers beobachtet. Weil das Medium zunehmend aushärtete, musste die Strategie mehrfach angepasst werden. Zeitweise wurde statt in einen größeren Container in sogenannte IBC-Behälter gepumpt, um ein Festsetzen der Pumpen zu verhindern. Später fiel zudem eine eingesetzte Pumpe aus. Da für die Morgenstunden Regen angekündigt war, verschlossen die Einsatzkräfte vorsorglich alle Gullyeinläufe, damit sich der Stoff nicht über die Kanalisation ausbreiten konnte. Auch der betroffene Container wurde mit Büffelwinden angehoben, um den Druck auf dessen Tür zu verringern.
Mit zunehmender Einsatzdauer wurden weitere Chemikalienschutzanzüge, zusätzliche Atemschutzgeräteträger und weitere Gefahrstoffeinheiten angefordert. Parallel organisierte die Einsatzleitung die Versorgung der rund 150 Feuerwehrleute und Helfer mit warmen Speisen sowie Kalt- und Warmgetränken. Nach dem Eintreffen der spezialisierten ABC-Kräfte aus dem Landkreis Lüneburg übernahmen diese die weiteren Arbeiten. Nachdem der Container gesichert und die Lage unter Kontrolle gebracht worden war, konnten die zuerst eingesetzten Feuerwehren nach und nach abrücken. Gegen 8.40 Uhr war der Einsatz beendet, die Einsatzstelle wurde wieder an das Unternehmen übergeben. Verletzt wurde nach bisherigen Informationen niemand.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |