Gedenken in Riedlingen: Ein Jahr nach tödlichem Zugunglück
- Die beiden Feuerwehrleute waren beim Zugunglück in Riedlingen im Einsatz.
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Riedlingen. Ein Jahr nach dem tödlichen Zugunglück wird in Riedlingen an drei Tote und zahlreiche Verletzte erinnert. An der Unglücksstelle im Landkreis Biberach findet am Sonntag, 27. Juli, ein Gottesdienst statt.
Vor einem Jahr war ein Regionalexpress nach einem Hangrutsch in einer Ortschaft von Riedlingen entgleist und gegen einen Baum geprallt. Drei Menschen starben am 27. Juli. Mehr als 30 weitere wurden verletzt, darunter auch Schwerverletzte.
Für Reisende ist die unmittelbare Folge inzwischen kaum noch sichtbar: Auf der Strecke fahren wieder Regionalzüge. Für viele Einsatzkräfte ist der Unfallort aber weiter mit den Bildern des Abends verbunden.
Feuerwehr wurde zunächst zu Unwettereinsatz alarmiert
Die Feuerwehr war nach Angaben der Verantwortlichen zunächst wegen eines herausgespülten Kanaldeckels und eines umgestürzten Baums gerufen worden. Erst an einer Brücke über den Gleisen wurde das Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Mehrere Notrufe waren an dem Abend eingegangen.
Die ersten Kräfte aus Zell-Bechingen trafen laut Feuerwehr als erste Retter ein. Sie mussten Verletzte betreuen und versorgen, obwohl die Lage anfangs unübersichtlich war. Der Einsatz führte die Retter über steiles und bewachsenes Gelände hinunter zu den entgleisten Waggons.
Hangrutsch gilt als Auslöser des Unglücks
Nach einem Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung hatte ein Hangrutsch die Katastrophe ausgelöst. Nach starkem Regen war Erdreich auf die Gleise geraten. Der Regionalexpress prallte gegen das Hindernis, entgleiste, fuhr die Böschung hoch und stieß gegen einen Baum. Mehrere Waggons kippten und verkeilten sich ineinander.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind den Angaben zufolge noch nicht abgeschlossen. Ein geologisches Gutachten steht noch aus.
Rettung dauerte bis in den Morgen
Die Bergung und Versorgung der Verletzten dauerte stundenlang. Rettungshubschrauber landeten auf Wiesen in der Nähe. Krankenhäuser in der Region bereiteten sich auf zahlreiche Verletzte vor. Nach Angaben der Feuerwehr begann der Einsatz um 18.13 Uhr und dauerte bis gegen 4 Uhr am nächsten Morgen.
Neben Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst halfen auch Anwohner entlang der Strecke. Sie unterstützten bei der Versorgung von Verletzten und Einsatzkräften.
Einsatzkräfte berichten von bleibenden Erinnerungen
Für Mitglieder der Feuerwehr ist das Geschehen auch ein Jahr später noch präsent. Nach dem Einsatz habe es Gespräche und Hilfsangebote zur Aufarbeitung gegeben. Einige Betroffene hätten sich weitere Unterstützung gesucht. Das Unglück habe die Ortschaft und die Einsatzkräfte nachhaltig geprägt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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