Ein Jahr nach dem Polizistenmord: Viele Kollegen bis heute nicht dienstfähig
- Vor knapp einem Jahr gedachten Hunderte von Polizisten ihres erschossenen Kollegen in Völklingen. Bis heute hat die Gewalttat Folgen. (Archivbild)
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Völklingen. Für Polizistinnen und Polizisten im Saarland soll geklärt werden, welche Folgen der Tod eines Kollegen im Dienst bis heute hat. Knapp ein Jahr nach dem tödlichen Einsatz in Völklingen läuft dazu seit Juni eine wissenschaftliche Untersuchung.
Innenminister Reinhold Jost sagte, bislang liege der Rücklauf bei deutlich über 25 Prozent. Mit ersten Ergebnissen rechne er Anfang September.
Befragung soll Unterstützung nach der Tat bewerten
Die Gewerkschaft der Polizei hatte eine solche Befragung zur Gefühls- und Motivationslage sowie zu den Auswirkungen des Ereignisses gefordert. Hintergrund ist nach Angaben der Gewerkschaft der erste Polizistenmord in der Geschichte des Saarlandes. Ziel ist es, Behördenleitung und Innenministerium Hinweise zu geben, wie Beschäftigte auch nach der ersten Akutphase professionell unterstützt werden können.
Der 34 Jahre alte Polizeioberkommissar Simon Bohr war am 21. August in Völklingen bei einem Festnahmeversuch erschossen worden. Nach Angaben von Jost bewerteten viele Polizistinnen und Polizisten die Befragung grundsätzlich positiv. Sie hätten auch zurückgemeldet, dass das psychosoziale Netzwerk funktioniert habe. In der Landespolizeidirektion gebe es zudem einen direkten Ansprechpartner.
Bis heute Folgen im Dienstalltag
Nach den tödlichen Schüssen seien in der Polizeiwache Völklingen knapp ein Dutzend Kolleginnen und Kollegen ausgefallen. Ein Teil von ihnen sei bis heute nicht dienstfähig, sagte der Minister. Deshalb sei auf eine schnellere Umsetzung einer Rund-um-die-Uhr-Dienststelle in Dillingen verzichtet worden. Die dafür vorgesehenen sechs Kräfte seien stattdessen nach Völklingen versetzt worden.
Jost sprach von einer Zäsur für die Polizei im Saarland. Der Tod des Beamten gehöre zu den Ereignissen, die er nicht vergesse. Die Untersuchung soll nun zeigen, was im Umgang mit Betroffenen geholfen hat und wo es Verbesserungsbedarf gibt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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