Daten gegen Geld und Schmuck: Fällt heute das Urteil gegen korrupte Justizmitarbeiter?
- Mit Spannung werden die Urteile gegen die insgesamt vier Männer und die ebenfalls angeklagte Frau erwartet. (Archivbild)
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Stuttgart. Im Korruptionsprozess um ein mutmaßliches Datenleck in der Justiz könnte am Dienstag, 4. August, bereits ein Urteil fallen. Vor dem Landgericht Stuttgart werden ab 13.30 Uhr die Plädoyers erwartet.
Auf der Anklagebank sitzen zwei Mitarbeiter der Stuttgarter Staatsanwaltschaft sowie drei weitere Angeklagte. Nach Überzeugung der Ermittler sollen die Justizbeschäftigten vertrauliche Informationen aus laufenden Verfahren über eine interne Software abgerufen und an mutmaßliche Auftraggeber weitergegeben haben.
Worum es in dem Verfahren geht
Die beiden Beschuldigten arbeiteten laut Anklage als Justizhauptsekretär und im Unterstützungsbereich der Behörde. Als Gegenleistung für die Weitergabe sensibler Daten sollen sie Geld und Schmuck erhalten haben. Drei weitere Angeklagte sollen das System organisiert oder davon profitiert haben.
Für den Justizhauptsekretär fordert die Staatsanwaltschaft nach Angaben des Landgerichts fünf Jahre und acht Monate Haft. Für die Angestellte stehen demnach zweieinhalb Jahre im Raum. Zwei mitangeklagte Männer sollen aus Sicht der Anklage für fünf Jahre sowie für vier Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Die Verteidigung hält diese Forderungen für überzogen und plädierte, wenn überhaupt, auf Bewährungs- und Geldstrafen.
Verbindung zu Fall aus Tamm
Der Stuttgarter Prozess ist Teil eines größeren Komplexes. Im Mai 2024 wurde ein damals 23 Jahre alter Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma in Tamm im Kreis Ludwigsburg auf offener Straße angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Das Landgericht Heilbronn verurteilte den Schützen aus den Niederlanden später wegen versuchten Auftragsmordes zu 14 Jahren Haft. Sein Komplize erhielt sechs Jahre wegen Beihilfe.
Die mutmaßlichen Auftraggeber des Anschlags sind dieselben Männer, die auch im Stuttgarter Verfahren angeklagt sind. Zum Auftakt des Prozesses hatte der Justizhauptsekretär die Vorwürfe in weiten Teilen eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn spricht von einem „kriminellen Datenleck“ und einem Bestechungssystem. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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