Dachstuhlbrand in Paderborn: Realschule und Kloster evakuiert
- Bei einem Dachstuhlbrand an der Realschule St. Michael in Paderborn waren rund 130 Einsatzkräfte, mehrere Drehleitern und Spezialtechnik im Einsatz. Drei Personen wurden verletzt, ein angrenzendes Kloster musste wegen Brandrauch evakuiert werden.
- Foto: Feuerwehr Paderborn
- hochgeladen von Jens Vollmer
Paderborn. Am Dienstag, 25. August, wurde die Feuerwehr Paderborn gegen 9.38 Uhr zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage in der Realschule St. Michael in der Michaelstraße gerufen. Aus dem zunächst unklaren Alarm entwickelte sich laut Feuerwehr Paderborn ein umfangreicher Dachstuhlbrand.
Vor Ort meldeten der Hausmeister und Bauarbeiter Rauch im Dachbereich. Sie hatten bereits mit Feuerlöschern eingegriffen. Von außen war zunächst kein offenes Feuer zu sehen. Bei der Erkundung bemerkten die Einsatzkräfte jedoch massiven Rauch im inneren Dachbereich des fünfgeschossigen Gebäudes. Kurz darauf wurden Flammen und ein bereits weit entwickelter Brand im Firstbereich entdeckt. Die Feuerwehr erhöhte sofort die Alarmstufe auf Dachstuhlbrand und forderte weitere Kräfte nach. Schon auf der Anfahrt war die Rauchentwicklung in der Innenstadt sichtbar.
Die Einsatzleitung bildete Abschnitte auf der Vorder- und Rückseite des Gebäudes. Löschwasser kam über das Hydrantennetz. Zeitgleich arbeiteten drei Drehleitern außen am Gebäude und bis zu sechs Trupps im Innenangriff. Weil sich das Feuer schnell unter der Dachhaut in der Dämmung ausbreitete, mussten mehrere Dachflächen geöffnet werden. Dafür kamen später auch die Höhenretter der Feuerwehr Paderborn zum Einsatz.
Zwischenzeitlich wurde die Lage im Inneren so gefährlich, dass der Innenangriff mehrfach unterbrochen werden musste. Starker Wind und dichter Rauch auf der Gebäuderückseite erschwerten die Arbeiten zusätzlich. Die Zahl der Einsatzkräfte stieg auf rund 130. Viele von ihnen mussten unter Atemschutz arbeiten. Weil die Atemschutzreserven in Stadt und Kreis Paderborn im Verlauf des Einsatzes aufgebraucht wurden, wurde am Nachmittag ein Abrollbehälter Atemschutz aus dem Kreis Höxter angefordert. Die Berufsfeuerwehr Bielefeld unterstützte mit einem Spezialfahrzeug, um von außen gezielt in Zwischenräumen und Hohlschichten zu löschen.
Drohnen des Kreises Paderborn und der Feuerwehr Hövelhof halfen dabei, die Entwicklung des Brandes zu überwachen. Auch in der Nacht wurde eine Drohne mit Wärmebildtechnik eingesetzt, um Glutnester im Dachstuhl zu finden und gezielt abzulöschen. Wegen des Rauchs warnte die Kreisleitstelle die Bevölkerung in der westlichen Innenstadt über WarnApps. Anwohner sollten Fenster und Türen schließen oder geschlossen halten. Das angrenzende Kloster wurde evakuiert, weil Rauch über den Dachstuhl in den Wohnbereich der Ordensschwestern gelangt war.
Bei dem Einsatz wurden drei Menschen verletzt. Ein Mitarbeiter der St. Michaelschulen und zwei Einsatzkräfte erlitten Kreislaufprobleme. Der Rettungsdienst versorgte sie vor Ort. Zwei Personen kamen anschließend in Paderborner Krankenhäuser. Der Brand war nach mehreren Stunden unter Kontrolle, der Einsatz dauerte jedoch mindestens über die Nacht an. Frische Kräfte übernahmen Nachlösch- und Kontrollarbeiten, während ein Großteil der Einheiten am Abend abrücken konnte.
Im Einsatz waren unter anderem die hauptamtlichen Feuer- und Rettungswachen Süd und Nord, Tagesdienstkräfte der Wachen und der Feuerwehrschule, die Löschzüge Benhausen, Elsen, Neuenbeken, Sande und Stadtheide, Einheiten des Kreises Paderborn, Kräfte aus dem Kreis Höxter, die Berufsfeuerwehr Bielefeld und die Feuerwehr Hövelhof. Der Löschzug Elsen versorgte die eingesetzten Kräfte mit Verpflegung. Die Löschzüge Stadtmitte, Benhausen und Sande besetzten die Wachen Nord und Süd für weitere Einsätze im Stadtgebiet.
Diese Wachbesetzung wurde um 12.54 Uhr zu einem gemeldeten Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person auf die A33 gerufen. Der Einsatz stellte sich als Fehlalarm durch die automatische Notruffunktion eines Mobiltelefons heraus. Ein Autofahrer hatte das Handy vor Ort verloren. Die Polizei fand es zerstört auf der Autobahn. Nach etwa 30 Minuten war dieser Einsatz beendet.
Zur Brandursache und zur Schadenhöhe konnte die Feuerwehr keine Angaben machen. Die Polizei hat Ermittlungen zur Ursache des Dachstuhlbrands aufgenommen.
Autor:Anouar Touir aus Ludwigshafen |