Bundesweite Razzia heute: Ermittler nehmen rechtsextreme Gruppen ins Visier
- Durchsuchungen gab es in zwölf Bundesländern. (Symbolbild)
- Foto: Marcus Brandt/dpa
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Karlsruhe. Bundesweite Polizeidurchsuchungen wegen mutmaßlicher rechtsextremer Gruppen laufen seit dem frühen Morgen. Die Ermittlungen werden von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe geführt.
In insgesamt zwölf Bundesländern durchsuchten Ermittler Wohnungen von 36 Beschuldigten. Baden Württemberg, Thüringen, Hamburg und Bremen sind nach Angaben der Behörde nicht betroffen. Den Verdächtigen wird die Bildung oder Mitgliedschaft in den kriminellen Vereinigungen „Jung und Stark“ sowie „Deutsche Jugend voran“ vorgeworfen.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sollen viele der Beschuldigten eine führende Rolle in den Gruppen einnehmen. Gegen acht Personen wird zusätzlich wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Der jüngste Beschuldigte ist nach Angaben der Ermittler erst 16 Jahre alt. Festnahmen waren zunächst nicht geplant.
Gruppen seit 2024 aktiv
Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Gruppierungen seit Mitte 2024 aktiv sind und bundesweit Regionalgruppen aufgebaut haben. „Deutsche Jugend voran“ tritt laut Behörden teilweise auch unter dem Namen „Neue Deutsche Welle“ auf.
Die Mitglieder vernetzen sich über soziale Medien und persönliche Treffen. Dabei soll es laut Bundesanwaltschaft wiederholt Aufrufe zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen Personen gegeben haben, die von den Tätern als pädophil eingestuft wurden.
Mehrere Opfer seien von Gruppen angegriffen und geschlagen worden. Einige hätten dabei erhebliche Verletzungen erlitten.
Störungen bei CSD-Veranstaltungen
Sicherheitsbehörden beobachten seit 2024 verstärkt neue rechtsextreme Jugendgruppen, die zunächst im Internet entstanden sind. Später seien sie zunehmend durch Veranstaltungen, Störaktionen und Straftaten aufgefallen.
Dazu zählten nach Behördenangaben auch Störungen und Angriffe auf Paraden zum Christopher Street Day, der sich für die Rechte queerer Menschen einsetzt.
Nach Einschätzungen aus Sicherheitskreisen zählte die Gruppe „Jung und Stark“ zuletzt mehrere hundert Anhänger. „Deutsche Jugend voran“ soll auf mehr als hundert Unterstützer kommen. Weitere Gruppierungen aus diesem Umfeld sind laut Behörden „Der Störtrupp“ sowie die „Letzte Verteidigungswelle“. Gegen mutmaßliche Mitglieder dieser Gruppe läuft derzeit ein Prozess in Hamburg wegen mehrerer Gewalttaten. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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