Wilhelma: Tropische Seerosenblüte nimmt wieder Fahrt auf

Prächtige Vielfalt am Seerosenteich
  • In der Wilhelma stehen die tropischen Seerosen in voller Blüte.
  • Foto: Wilhelma Stuttgart
  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Wilhelma. In der Wilhelma sorgt das angekündigt sonnigere und wärmere Wetter dafür, dass die tropischen Seerosen im Seerosenteich wieder stärker aufblühen. Wilhelma-Gärtner Achim Bauer-Henriques sagt: „Unsere tropischen Seerosen sind wahre Sonnenanbeter. Wenn es sonnig und warm ist, entwickeln sie sich am besten. Dass der Sommer bisher eher zurückhaltend war, hat unsere Seerosenblüte verlangsamt. Rekorde werden wir damit dieses Jahr zwar nicht mehr feiern. Da es jetzt wieder sonniger und wärmer werden soll, wird die Blüte aber noch einmal richtig vorangetrieben.“

Der Seerosenteich im Maurischen Garten umfasst 650 Quadratmeter und ist mit 800.000 Litern Mineralwasser gefüllt, das dort entspringt.

Wilhelma: Tag- und Nachtblüher am Seerosenteich

Die Wilhelma unterscheidet bei den Seerosen zwischen Tag- und Nachtblühern. Nachtblüher öffnen ihre meist weiß oder rötlich gefärbten Blüten am späten Nachmittag und blühen über Nacht bis in die Morgenstunden.

Tagblüher entfalten ihre in der Regel blauen oder gelben Blüten im Laufe des Vormittags und schließen sich gegen Abend wieder. Auffällig sind auch die Schwimmblätter auf der Wasseroberfläche, darunter die wagenradgroßen Blätter der Viktorien, Riesenseerosen aus dem Amazonasgebiet.

Tradition und Artenvielfalt im Maurischen Garten

Tropische Seerosen gehören in der Wilhelma seit dem 19. Jahrhundert zur Geschichte: König Wilhelm I. von Württemberg ließ 1851 die Victoria amazonica züchten, damals in Gewächshäusern. Gut hundert Jahre später kamen tropische Seerosen ins große Mittelbecken im Maurischen Garten.

Dort gedeihen nach Angaben der Wilhelma jedes Jahr rund 40 unterschiedliche Arten und Sorten.

Seltene Seerosen hinter den Kulissen

Der Fachbereich Botanik der Wilhelma arbeitet auch am Erhalt seltener Seerosenarten. 2024 nahm die Wilhelma im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart Dutzende Exemplare der Glänzenden Seerose vorübergehend auf, weil ihr Heimatgewässer im Landkreis Schwäbisch-Hall saniert werden muss.

Eine weitere Rarität ist Nymphaea thermarum, die kleinste Seerose der Welt mit Blüten in der Größe einer Ein-Cent-Münze. Dr. Björn Schäfer, Leiter des Fachbereichs Botanik in der Wilhelma, sagt: „Seit Juli haben wir die kleinste Seerose der Welt in unserer Obhut. Noch befindet sie sich hinter den Kulissen. Wir haben aber schon Ideen, wie wir sie unseren Besucherinnern und Besuchern ab dem nächsten Jahr präsentieren werden.“

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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