Schiffe über Wiesen sehen: Ausflug zum Oberlandkanal
- Weiße Flotte auf Schienen: Am Oberlandkanal werden Schiffe in einem Wagen den Hang hinaufgezogen – angetrieben von Wasserkraft.
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Oberlandkanal in Polen. Auf diesem Kanal rollen Schiffe tatsächlich über eine Wiese. Möglich wird das durch historische Rollberge, auf denen ganze Schiffe in Wagen auf Schienen einen Hang hinauf- oder hinuntergezogen werden. Besucher können das ungewöhnliche Techniksystem auf Ausflugsfahrten oder direkt vom Ufer aus beobachten.
Der Oberlandkanal liegt im Norden Polens zwischen Elbląg nahe der Ostsee und Ostróda. Bekannt ist die Strecke für fünf sogenannte Neigungsebenen. Dort verlassen die Schiffe kurz das Wasser, werden in einen Wagen gesetzt und mit Seilen über eine grüne Anhöhe transportiert. Angetrieben wird der Mechanismus durch Wasserkraft.
Von Ende April bis Anfang Oktober organisiert die sogenannte Weiße Flotte (Żegluga Ostródzko‑Elbląska) Ausflugsfahrten auf dem Kanal. Je nach Route dauern sie zwischen einer und vier Stunden. Einige Touren führen direkt über die historischen Rollberge.
In elf Stunden durch den gesamten Kanal
Wer mehr Zeit einplant, kann die komplette Strecke erleben. Erstmals seit rund 15 Jahren bietet die Weiße Flotte wieder Tagesfahrten über die gesamte Länge des Kanals an. Die Verbindung zwischen Elbląg und Ostróda ist rund 80 Kilometer lang.
Das Schiff ist etwa elf Stunden unterwegs und passiert neben den fünf Rollbergen auch vier Schleusen. Insgesamt werden rund 100 Höhenmeter überwunden.
Die komplette Fahrt wird im Sommer zunächst einmal pro Monat angeboten. Für Erwachsene kostet eine einfache Fahrt etwa 299 Złoty, umgerechnet rund 70 Euro. Für die Rückfahrt mit dem Bus zum Ausgangspunkt fallen zusätzlich etwa 65 Złoty an, also rund 15 Euro.
Auch das Unternehmen Statkiem po trawie (deutsch: "Mit dem Schiff über die Wiese") organisiert Fahrten auf Teilen des Kanals, allerdings nicht über die gesamte Strecke.
Technik auch vom Ufer aus gut zu sehen
Wer nicht an Bord gehen möchte, kann das Schauspiel auch von Land aus beobachten. Besonders gut sichtbar ist der Mechanismus im Ort Buczyniec, wie das polnische Fremdenverkehrsamt empfiehlt.
Dort befindet sich auch ein Museum zur Technik und Geschichte des Kanals. Die Anlage wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut, ursprünglich für den Transport von Holz und Getreide aus dem Landesinneren zur Ostsee. Seit dem Ende des Ersten Weltkriegs wird der Kanal vor allem touristisch genutzt. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |